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YouGov-Studie

Mehrheit der Online-Nutzer fordert Bezahlung für persönliche Daten

Veröffentlicht: 05.03.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 05.03.2020
Nutzer mit Strichcode

Der Kampf um die Nutzerdaten tobt im Web. Praktisch jedes Online-Unternehmen ist auf möglichst viele Informationen seiner Nutzer angewiesen – sei es für individualisierte Werbung, Suchbegriff- und Produktvorschläge oder Singles aus der Umgebung. Nicht immer ist allen Nutzern klar, wie viele ihrer Daten wohin fließen. Das Marktforschungsunternehmen YouGov hat im Auftrag von Greven Medien den Umgang deutscher Online-Nutzer mit ihren Daten untersucht und festgestellt: Den Nutzern ist ihr Datenschatz teils durchaus bewusst und sie würden sich diesen auch gern bezahlen lassen.

70 Prozent wollen Geld für ihre Nutzerdaten

Laut Studie fordern 71 Prozent der befragten Deutschen, dass Internet-Anbieter für die Verwendung von persönlichen Daten bezahlen sollen, wenn diese nicht für den eigentlichen Service notwendig sind. Nur elf Prozent halten das nicht für nötig. Dabei gibt es zwischen den Altersgruppen keine größeren Unterschiede, nur die 25- bis 34-Jährigen sind sogar noch zurückhaltender bei der möglichen Monetarisierung ihrer eigenen Daten. Schon frühere Studien zeigen, dass die Nutzer persönliche Daten abgeben würden, wenn sie dafür einen – nicht unbedingt finanziellen – Vorteil erhalten. Mit Bitsaboutme ist im vergangenen Jahr in Deutschland ein Unternehmen gestartet, das den Nutzern quasi den Verkauf ihrer Daten ermöglichen will.

Nutzer hinterlassen Daten vor allem bei Amazon und Co.

Insgesamt haben 85 Prozent der Befragten schon einmal online persönliche Daten wie Name, E-Mail oder Telefonnummer angegeben. Online-Nutzer hinterlassen ihre Spuren vor allem beim E-Commerce: Drei Viertel der User gaben an, bei Online-Angeboten wie Amazon, Lieferando, Rewe oder Zalando ihre Daten eingegeben zu haben. Mit Treue-Programme wie Payback teilte immerhin jeder Zweite seine persönlichen Informationen. Jüngere Nutzer geben vor allem bei Social Media und Messengern wie WhatsApp, Facebook Messenger oder Telegram Daten an die Anbieter. Vor allem in den sozialen Medien ist der Altersunterschied deutlich: Bei den Teilnehmern über 55 Jahren legte dort nur ein Drittel seine Daten offen – bei den 18- bis 24-Jährigen waren es mit 56 Prozent fast doppelt so viel.

Für die Online-Umfrage hat YouGov 2.045 Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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