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Gastartikel: Sichtbarkeit von Eigenmarken auf Online-Marktplätzen erhöhen

Veröffentlicht: 01.08.2018 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 01.08.2018

Der Handel mit Eigenmarken ist erfolgversprechend und kann den Umsatz signifikant steigern. Doch während Händler im eigenen Online-Shop freie Hand bezüglich Marketing und Sichtbarkeit haben, ist die Platzierung des Produkts auf Marktplätzen von verschiedenen Faktoren abhängig.

Roter Apfel in einer Ansammlung von grünen Äpfeln
© Maestriadiz_shutterstock.com

Erfolgreich dank Eigenmarken

Eigenmarken werden nicht direkt von Herstellern selbst auf den Markt gebracht: Stattdessen lassen Händler Produkte nach den eigenen Vorstellungen produzieren und labeln sie dann als Eigenmarke. Da die Etablierung von Eigenmarken in das Sortiment viele Vorteile mit sich bringt, setzen immer mehr Händler auf eigene Kreationen anstatt auf Drittmarken, bei denen die Margen gering und die Konkurrenz mitunter groß ist. Da Markenprodukte vor allem breit verfügbar sind, spielt für Käufer in erster Linie der Verkaufspreis und somit der Vergleich verschiedener Marktplätze eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung.

Handelsmarken bieten hingegen mehr Spielraum bezüglich Sortiments- und Preisgestaltung und können ein Instrument der Profilierung sein. Außerdem kann der Händler bei seinen eigenen Produkten meist eine feste Lieferzeit garantieren, da die Ware in der Regel in ausreichender Menge vorliegt und nicht erst importiert werden muss. Zudem gibt es selten Probleme mit Marken- beziehungsweise Vertriebsrechten oder Herstellern, da die Marke allein dem Händler gehört.

Theoretisch kann jeder Händler seine eigene Marke entwickeln. Der Gang zum Markenrechtsanwalt ist in jedem Fall empfehlenswert.

Alleinstellungsmerkmale schaffen

Die Eigenschaften, die eine gute und erfolgreiche Marke ausmachen, lassen sich in der Regel auch auf Eigenmarken übertragen. Doch während sich etablierte Marken beispielsweise auf Marktplätzen oftmals am besten über den Preis verkaufen lassen, bedarf es für Eigenmarken einer anderen Strategie.

Der Vertrieb der Handelsmarke im eigenen Online-Shop ist prinzipiell leichter, da Händler dort das Design selbst gestalten und die Produkte an prominenter Stelle platzieren können. Schwieriger gestaltet sich die Sichtbarkeit allerdings auf Online-Marktplätzen, wo die Platzierung des Produktes nur selten selbst gesteuert werden kann. Wer nicht zufällig mit seiner Eigenmarke eine medienwirksame Innovation auf den Markt gebracht hat, muss schauen, dass er dank anderer Alleinstellungsmerkmale auf dem Marktplatz gefunden wird. Hilfreich dabei ist unter anderem ein Markenname, der direkt Begehrlichkeiten beim Kunden weckt. Doch das erfordert umfangreiche Studien oder Tests und damit Zeit und Geld, das die meisten Händler nicht haben.

Effizienter ist dagegen das Entwerfen einer Storytelling-Strategie, die die Eigenmarke emotional auflädt. Stichpunkte sind hier Content und virales Marketing.

Buzzwords: Content und Storytelling

Warum sollte der Kunde ausgerechnet zu diesem Produkt greifen anstatt zur bereits etablierten Marke? Wichtig ist es, eine spannende Geschichte rund um das Produkt zu kreieren und nicht nur auf die technischen Details einzugehen. Der Nutzen muss für den Kunden auf den ersten Blick sichtbar sein. Entscheidende Vorteile könnten auch beispielsweise verlängerte Garantien oder eine nachhaltige Herstellungsweise sein.

Teil des Storytellings ist natürlich auch die optische Präsentation: Zwar fordern die meisten Online-Marktplätze als erstes Bild ein freigestelltes Produktfoto vor weißem Hintergrund, doch auch hier kann mit professioneller Produktfotografie bereits ein erstes Alleinstellungsmerkmal geschaffen werden. Ab dem zweiten Bild sollte die Eigenmarke dann möglichst auf vielfältige Weise präsentiert werden.

Natürlich spielt beim Verkaufen auf einem Online-Marktplatz auch der Preis eine entscheidende Rolle. Billiger als die Konkurrenz zu sein nützt jedoch nichts, wenn das Produkt qualitativ minderwertig ist. Bekanntestes Beispiel ist hier Amazons Windelmarke Elements, die nicht nur nach bereits sechs Wochen wieder aus dem Sortiment genommen wurde, sondern vor einigen Jahren auch dem Image des Unternehmens geschadet hat.

Miriam Gebbing

Über die Autorin

Miriam Gebbing ist Redakteurin bei real.digital. Auf dem hauseigenen Blog real2business informiert sie Händler und E-Commerce-Interessierte über aktuelle Entwicklungen des Marktplatzgeschäftes und interessante Marketingstrategien.

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