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Zu viel Bürokratie

Bereitschaft zur Unternehmensgründung erreicht neuen Tiefpunkt

Veröffentlicht: 16.08.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 16.08.2019
Kind mit Flügeln

Den Traum, irgendwann einmal sein eigener Chef bzw. eigene Chefin zu sein, haben immer weniger Deutsche. 2018 lag die Zahl der Existenzgründungen laut dem Gründungsmonitor der Förderbank KfW bei 547.000, eine neuer Negativrekord. Für das aktuelle Jahr sollen laut dem Verband der Gründer und Selbstständigen (VGSD) die Zahlen sogar noch schlechter ausfallen. „Die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht geändert. Eine Trendwende ist aus unserer Sicht daher unwahrscheinlich“, heißt es von VSGD-Chef Lutz bei Heise Online

Wettbewerbsfähigkeit leidet unter Rückgang

Im vergangenen Jahr konnten sich nur 25 Prozent der erwerbstätigen vorstellen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Dieser Wert ist seit Beginn der Umfrage, im Jahr 2000, auf dem niedrigsten Stand. Einer der Gründe ist die aktuell gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Den Deutschen fällt es anscheinend schwer, ein sicheres Arbeitsverhältnis aufzugeben, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Hier sieht das Bundesministerium für Wirtschaft allerdings große Probleme. „Neugründungen und Start-ups sind Treiber von Innovationen und insbesondere des digitalen Wandels. Deutschland braucht deshalb Gründerinnen und Gründer“, so eine Sprecherin. Unter dem Mangel an Existenzgründungen könnte schon bald die Wettbewerbsfähigkeit leiden.

Bürokratie bremst das Gründertum

Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland sieht außerdem noch in einem weiteren Bereich Schwierigkeiten: die veralteten Arbeitsschritte in den Behörden. Der Verband kritisiert vor allem die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie bürokratischen Anforderungen für Selbstständige. Der Rückgang zur Bereitschaft, ein StartUp zu gründen, sei laut VGSD-Chef Andreas Lutz „die Folge einer ganzen Serie gründerfeindlicher Gesetze“. Die nach wie vor existierende Rechtsunsicherheit zum Thema Scheinselbstständigkeit sowie die Vervierfachung der Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung führt er als Beispiele an. „Hinzu kommen handwerklich schlecht gemachte Gesetze wie die DSGVO-Umsetzung, die für viel Unsicherheit und bürokratischen Aufwand sorgen“, schlussfolgert er.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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