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Philipp Budiman von Montredo über Berlin als StartUp-Paradies

Veröffentlicht: 25.03.2013 | Autor: Ariane Nölte | Letzte Aktualisierung: 25.03.2013 | Gelesen: 6783 mal
Philipp Budiman von Montredo über Berlin als StartUp-Paradies

Welche Idee steckt hinter Montredo und was macht ihr StartUp besonders?

Vor einiger Zeit wollte ich mir eine gebrauchte Luxusuhr im Internet kaufen und bin so das erste Mal mit dem Online-Markt für hochwertige Uhren in Berührung gekommen. Ich fand keinen vertrauenswürdigen Verkäufer und habe in diversen Online-Foren zahlreiche Artikel über Betrugsfälle beim Uhrenkauf gelesen.

Nach ausführlicher Marktrecherche erkannte ich das Potential für einen sicheren Marktplatz für hochwertige Uhren und entwickelte gemeinsam mit meinen Kollegen Stefan Walter, Alexander Beer und einem Schweizer Investorenteam einen Prozess der unseren Kunden Echtheit und Zustand aller Uhren garantiert: Bevor eine Uhr auf www.montredo.com kommt, wird sie von einem Uhrenexperten genau inspiziert, der Zustand der Uhr bewertet und ein Echtheitszertifikat ausgestellt.

Erst danach erstellen wir hochwertige Fotos und schalten die Anzeige online. Dadurch versichern wir unseren Kunden, dass die Uhren zu 100% echt sind und der Zustand tatsächlich dem entspricht, wie die Uhr online beschrieben ist. Dieser Prozess und die enge Zusammenarbeit mit Uhrenexperten macht unser StartUp einzigartig.

Welche Entwicklungsperspektiven sehen Sie für das Unternehmen?

Der Markt für Luxusuhren ist weltweit im Wachstum. In Deutschland sind es vor allem junge Konsumenten zwischen 21 und 30 Jahren die immer luxusaffiner werden. Die Leidenschaft und Faszination der mechanischen Uhr scheint ihr großes Comeback zu feiern. Das Marktpotential ist bei weitem noch nicht erschöpft und wir erwarten uns für die nahe Zukunft wachsende Umsätze.

Außerdem werden wir in den nächsten Monaten unseren C2C-Marktplatz weiter ausbauen. Für private Verkäufer wird der gesamte Verkaufsprozess vollautomatisiert auf www.montredo.com abgebildet werden. Von der Schätzung des Marktpreises der Uhr und Begutachtung durch unsere Uhrenmachermeister, Fotoerstellung und aktivieren der Anzeige bis zum Verkauf der Uhr. Parallel dazu werden wir Montredo als Serviceplattform noch weiter ausbauen: Wir holen die Uhr vom Kunden ab, reparieren sie und schicken die Uhr repariert wieder an den Kunden zurück.

Bereits nach zwei Monaten live bekommen wir zurzeit zahlreiche Anfragen aus dem Ausland. Um nun schneller skalieren zu können, international zu wachsen und Montredo umfangreicher zu vermarkten, beginnen wir gerade unsere Series-A zu strukturieren. Nach Abschluss der Runde wollen wir dann so richtig loslegen!

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Gründung von Montredo als StartUp aus dem E-Commerce gesammelt?

Montredo gibt es noch nicht einmal ein Jahr und wir sind mittlerweile in unserem vierten Büro! In den ersten zwei Monaten waren wir noch bei mir im Wohnzimmer. Die nächste Station war ein Shared Office das wir mit fünf anderen StartUps geteilt haben. Dann hatten wir noch unseren eigenen 20 m2 Raum angemietet, der leider viel zu schnell zu eng wurde. Seit einer Woche haben wir nun endlich unser eigenes Büro in Berlin Mitte und sind in unseren eigenen vier Wänden überglücklich. Seit der Gründung von Montredo schätze ich vor allem die Erfahrungen die ich mit unseren Juwelieren, Uhrmachermeistern, Uhrenexperten, Managern von Uhrenmarken und sämtlichen Akteuren aus der Uhrenbranche sammeln durfte. Aus der StartUp Branche kommend, war dies für mich eine komplett neue Welt.

Wie schätzen Sie die Bedingungen für die StartUp-Szene in der Branche insgesamt ein?

Mein erstes StartUp habe ich vor mehr als drei Jahren in Graz, Österreich gegründet. Wir hatten nur sehr beschränkten Zugang zu qualifizierten Flash-Entwicklern, es gab kaum andere StartUps mit denen wir uns austauschen konnten und der Zugang zu Venture Capital und Förderungsmöglichkeiten war mehr als bescheiden. Berlin ist im Vergleich dazu das absolute StartUp-Paradies: Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, interessante Business Angels, Venture Capital Unternehmen und hochqualifizierte Mitgründer. Für Jungunternehmer, die bemüht sind sich aktiv ein Netzwerk aufzubauen, Veranstaltungen besuchen um mit potentiellen Mitgründern, Mitarbeitern und Investoren ins Gespräch zu kommen, schätze ich die Bedingungen, hier in Berlin, sehr positiv ein.

Welchen Tipp würden Sie anderen Jungunternehmern mit auf den Weg geben?

Philipp Budiman von MontredoZum Erfolg eines StartUps sind neben der Geschäftsidee vor allem die Leute die dahinterstehen verantwortlich. Deshalb sollte man sich genau überlegen welchen Investor man an Board haben will und welche Personen die wichtigsten Management-Positionen besetzen sollen. Bei der Personalauswahl sollte man sich deshalb ruhig etwas länger Zeit lassen und vor der Entscheidung jeden Bewerber genau screenen: Nicht nur ein, sondern mehrere Treffen, Arbeitsproben und Referenzen einholen, usw.

Die wichtigste Eigenschaft die ein Jungunternehmen mitbringen muss, ist meiner Meinung nach die Fähigkeit offen mit Feedback und Kritik umgehen und die eignen Meinungen hinterfragen zu können. Wenn die Geschäftsidee und das dahinterstehende Businessmodell von Anderen kritisiert werden, sollte man einfach mal still sein und sich die Meinung zu Ende anhören. Keine Unterbrechungen, kein „Ja, aber...“, einfach mal still sein und das wertvolle Feedback für sich nutzbar machen.

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