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"Eine völlig neue Art von digitalem Stift" – StartUp Lernstift im Interview

Veröffentlicht: 16.07.2013 | Geschrieben von: Katja Naumann | Letzte Aktualisierung: 16.07.2013
"Eine völlig neue Art von digitalem Stift" – StartUp Lernstift im Interview

Wie ist die Idee für die Entwicklung des Lernstifts entstanden?

Direkt aus dem Familienleben. Falks Frau half dem Sohnemann bei den Hausaufgaben und dieser war unkonzentriert. Aus ihrer Eingebung, dass er einen Stift bräuchte, der sofort auf Flüchtigkeitsfehler hinweist, entwickelte Falk Wolsky – selbst Erfinder und Software Entwickler – das Konzept des Lernstifts.

Was ist das Besondere am Lernstift im Vergleich zu anderen digitalen Stiften?

Erstens: Lernstift erkennt die Schrift nicht durch optische Sensoren, sondern mithilfe von eingebauten Bewegungssensoren (vgl. Gyroskopsensoren aus Smartphones und Modellhelikoptern). Dadurch funktioniert er vollkommen autark – ohne Spezialpapier (z. B. Livescribe) oder externe Geräte zur Schrifterkennung (z. B. Wacom).

Zweitens: Lernstift ist der einzige digitale Stift, der austauschbare Schreibspitzen haben wird – Füller, Kugelschreiber und höchstwahrscheinlich Bleistift. Alle anderen gibt es nur als Kugelschreiber.

Drittens: Lernstift richtet sich – zumindest beim Marktgang – bewusst an eine andere Zielgruppe als die anderen Digi-Stifte: spitz gesagt, positioniert als Schreiblernhilfe für Kinder und Familien. Selbstverständlich gibt es ein breites Feld an beruflichen Anwendungsmöglichkeiten. Diese werden wir ebenfalls entwickeln, aber eben erst im zweiten Schritt.

Welche Einsatzmöglichkeiten für den Lernstift sind denkbar?

Obwohl er in seiner Grundfunktion völlig eigenständig agiert, ist der Lernstift nur der Anfang einer riesigen Produktplattform. Dank seines eingebauten WLAN-Moduls eröffnet er eine ganze Welt an Funktionalitäten, die wir über Apps und Computer-Software realisieren werden: Lernstatistiken, Lernspiele mit mehreren Lernstiften, Echtzeit-Monitoring der Aktivitäten verschiedener Stifte (Schulanwendung), Mathe-Applikationen, etc.

An welche Zielgruppe richtet sich der Lernstift?

Zu Beginn im Kern an Familien mit Kindern im (bald) schulpflichtigen Alter. Grundsätzlich aber auch an jeden Erwachsenen, der eine Fremdsprache lernen, seine Handschrift oft selbst nicht lesen kann oder seine Notizen digitalisieren möchte.

Wie schätzen Sie die Reaktionen von Schulen und Lehrern auf den Lernstift ein?

Bisher sind die Reaktionen in der Mehrzahl sehr positiv, neugierig und offen ausgefallen. So haben wir bereits eine Test-Schulklasse inklusive wissenschaftlichen Beirat einer Universität angeboten bekommen, um den Lernstift im realen Schulumfeld zu testen. Weltweit rüsten viele Schulen technologisch auf – oft mit digitalen Hilfsmitteln wie horrend teuren Whiteboards und Tablets.

Lieferanten für Schulen weltweit haben reges Interesse am Lernstift, weil er einfach in Bestandstechnologien integriert werden kann. Für Schulen selbst ist der Lernstift eine vergleichsweise günstige Alternative zu besagten Whiteboards, die in der Anschaffung meist mehrere 10.000 Euro kosten, und gleichzeitig ein wichtiger Brückenschlag zwischen der guten alten Handschrift und der allgegenwärtigen Informationstechnologie. Auch eine Einbindung in den Informatik-Unterricht mit sehr „anfassbaren“ Programmierübungen wäre sehr gut denkbar. Wir gehen daher davon aus, dass sich der Lernstift mit der Zeit sehr gut durchsetzen und auch in Schulen Einzug halten wird – nicht zuletzt auch in Sprachschulen für Erwachsene.

Wo und ab wann wird der Stift erhältlich sein?

Ziel ist der Launch einer ersten kleinen Serienproduktion Ende 2013. Hier werden zunächst unsere Crowdfunding-Unterstützer von Kickstarter beliefert. Im Herbst 2013 werden wir vorher mit einer Alpha-Prototypenreihe intensive interne Tests mit Schülern, Lehrern, Universitäten und Tech-Nerds/-Profis durchführen. Die Erkenntnisse fließen dann in den Beta-Serien-Lernstift ein, um diesen markt- und massentauglich zu machen.

Was planen Sie für die Zukunft mit Lernstift?

Neben der Verfügbarkeit einer Vielzahl an Lernstift-Apps sehen wir das Potenzial einer weltweiten Distribution und streben natürlich danach, diese auch zu erreichen. Nach Deutsch und Englisch werden wir Schritt für Schritt weitere Sprachen herausbringen, die dann heruntergeladen und per App auf den Stift gebracht werden können. Welche Sprachen zuerst rauskommen, wird sich primär an der weltweiten Nachfrage orientieren, die bereits jetzt sehr groß ist.

Grundsätzlich werden wir natürlich auch die Basistechnologie stets weiterentwickeln. Hierzu gehören regelmäßige Software-Updates, die auch die Stifte der ersten Serie auf den neuesten Stand bringen. Weiter entwickelte Hardware-Versionen mit noch energieeffizienterem Computer, zusätzlichen Drucksensoren, etc.

Über Daniel Kaesmacher

Daniel Kaesmacher ist Co-Gründer der Lernstift UG (haftungsbeschränkt) und selbst Vater von zwei Kindern. Bevor er Falk Wolsky und das Projekt Lernstift kennenlernte, hat er als Freelancer für Agenturen und eigene Kunden gearbeitet.

Kommentare  

#1 free software 2018-04-30 18:04
Ich bin gerade zufaellig auf Ihrer Homepage gelandet (war auf der Suche nach einer anderen Seite).
Ich moechte diese Seite nicht verlassen, ohne Ihnen ein Lob zu dieser klar strukturierten und schick designten Page
zu hinterlassen!
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