Preisangabe

Achtung auf Amazon: Angabe zur Mehrwertsteuer teilweise nicht dargestellt

Veröffentlicht: 26.08.2020 | Geschrieben von: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 23.09.2020
Tax auf Taschenrechner

Nicht nur die Anzeige des Grundpreises zeigt sich gerade für einige Online-Händler, die ihre Produkte auf dem Amazon Marketplace anbieten, problematisch und taucht mitunter nicht im Angebot auf. Auch der Mehrwertsteuerhinweis, so berichten einzelne Online-Händler, wird offenbar bei einigen Angeboten nicht dargestellt. Dabei handelt es sich im Handel mit Verbrauchern um eine Pflichtangabe, deren Fehlen zu Abmahnungen führen kann. 

Hintergrund: Ist die Mehrwertsteuer schon enthalten?

Dass Endverbraucher auf die enthaltene Mehrwertsteuer hingewiesen werden müssen, liegt an einer entsprechenden Regelung in der Preisangabenverordnung. Sie verlangt, dass Gesamtpreise dargestellt werden müssen: „Wer Verbrauchern gemäß § 13 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gewerbs- oder geschäftsmäßig oder wer ihnen regelmäßig in sonstiger Weise Waren oder Leistungen anbietet oder als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Verbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Gesamtpreise)“, heißt es in § 1 Abs. 1 PreisAngV. 

Während die konkrete Höhe der Mehrwertsteuer nicht wegen dieser Regel genannt werden muss, führt an einem Hinweis wie „inkl. MwSt.“ kaum ein Weg vorbei. 

Abmahnrisiko? Angebote auf Amazon überprüfen

Auf dem Marktplatz von Amazon wird auf die enthaltene Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer üblicherweise mittels entsprechender Informationen hingewiesen. 

Das ist zur Zeit jedoch nicht bei jedem Produkt der Fall: Mitunter fehlt in manchen Angeboten jetzt jeder Hinweis auf die enthaltene Mehrwertsteuer: 

 Keine Angabe zur Mehrwertsteuer auf Amazon

Online-Händler, die ihre Waren auf Amazon anbieten, sollten insofern ihre Angebote dahingehend überprüfen. Fehlerhafte Preisangaben sind ein häufiger Abmahngrund und sollten vermieden werden. Das Problem, dass an manchen Stellen ein entsprechender Hinweis fehlt, ist kein völlig neues, scheint bei Varianten von Produkten nun aber häufiger. Auch bei den Listen der angehängten Angebote fehlt die Angabe. Amazon hat sich auf unsere Anfrage hin bislang noch nicht positioniert. 

Update (26.08.2020)

Eine Sprecherin von Amazon hat mitgeteilt, dass es kürzlich zu vereinzelten Darstellungsproblemen kam. An deren Behebung arbeite man nun aktuell. 

Über den Autor

Melvin Louis Dreyer
Melvin Louis Dreyer Experte für: IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

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