Media-Saturn zieht Bremse: Weniger offline, mehr online

Veröffentlicht: 15.10.2014 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 15.10.2014

Hat Media-Saturn die Grenzen des stationären Handels erreicht? Sind alle lokalen Ressourcen ausgeschöpft? Vermuten lässt es sich, denn der Elektronik-Konzern zieht in Sachen „Offline“ die Reißleine. Künftig werde man weniger Filialen eröffnen und dafür das Hauptaugenmerk auf die digitale Welt setzen.

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Media-Saturn: Nur noch wenige Regionen mit Potenzial

Der Elektronik-Konzern Media-Saturn hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein gigantisches Imperium aufgebaut: Mit den hauseigenen Töchtern Media Markt und Saturn ist das Unternehmen flächendeckend vertreten. Doch nicht nur die Omnipräsenz, auch die teils aggressiven Werbestrategien haben dazu geführt, dass die verschiedenen Anbieter fest in den Köpfen der Verbraucher verankert sind.

Nun, so scheint es, ist der stationäre Markt an Elektronik-Händlern jedoch gesättigt. Zumindest in den Augen von Media-Saturn. Denn nach Informationen des Handelsblattes will der Konzern das Tempo in Bezug auf die Filialen vor Ort drosseln. Man sei „flächendeckend gut vertreten“ und sehe daher nur noch in Russland, in der Türkei sowie in einigen deutschen Regionen das entsprechende Potenzial: 30 Filialöffnungen seien pro Jahr noch geplant.

Obwohl die Beziehungen zwischen Russland und Westeuropa durch den Ukraine-Konflikt momentan angespannt sind, ist das russische Parkett für Media-Saturn nach wie vor enorm wichtig. Genauer gesagt, bildet Russland den zweitgrößten Markt in Europa. Von den Auseinandersetzungen und Sanktionen spüre der Elektronik-Konzern bisher nichts. „Unsere Umsätze sind stabil“, kommentiert Media-Saturn-Chef Pieter Haas.

Online-Fokus mit geringen Erwartungen?

Ein Ausbau des digitalen Geschäfts wird unterdessen dringend nötig sein. Momentan sind lediglich sieben Prozent der Umsätze auf Online-Käufe zurückzuführen. „Wir wollen in den nächsten drei Jahren auf zehn Prozent kommen“, so Haas weiter. Mit Blick auf konkurrierende Unternehmen dürften diese recht zögerlichen Online-Ziele von Media-Saturn jedoch entweder sehr tief gestapelt sein oder von zu geringem Engagement zeugen.

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