Teilen Teilen Kommentare Drucken
Branchen-Gerüchte

Könnte Alibaba bald Zalando übernehmen?

Veröffentlicht: 03.01.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 04.01.2019 | Gelesen: 4494 mal
Zalando-Logo auf einem offenen Paket

Der chinesische Internet-Konzern Alibaba steht vor einem Großangriff auf den westlichen Markt – dessen ist sich zumindest der Dongxii-Gründer Marcel Münch sicher. „Alibaba möchte in den nächsten fünf Jahren mehr als 13 Milliarden Euro in die globale Expansion investieren“, so Münch im Interview mit dem Handelsblatt. Mit Dongxii hat er selbst ein Unternehmen gegründet, das sich auf den Handel zwischen Deutschland und China konzentriert. Münch gilt somit auch als ein Experte für den chinesischen Online-Giganten.

Dass dieser seinen Angriff auf Europa vorbereitet, steht für den StartUp-Gründer außer Frage: In Belgien ist Alibaba bereits aktiv, in Bulgarien will das Unternehmen auch Fuß fassen. „Ich gehe davon aus, dass Alibaba bald in Firmen in Europa investiert“, glaubt Münch. Zalando sei seiner Meinung nach ein Übernahmekandidat für den chinesischen Konzern. „Das Unternehmen ist nicht nur aufgrund des Zugangs zu 25 Millionen Endkunden interessant. Derzeit ist Zalando an den Aktienmärkten auch relativ günstig bewertet.“

Gerüchte beflügeln die Zalando-Aktie

Zalando selbst hatte bereits mit Alibaba Kontakt: Auf dem Online-Marktplatz Tmall Global, der zu dem Konzern gehört, haben die Berliner bereits Waren ihrer Eigenmarke zLabels angeboten – erfolglos. Der eigene Flagship-Store auf dem Marktplatz wurde kürzlich wieder geschlossen.

Die Zalando-Aktie reagierte laut ARD positiv auf das Interview mit Münch: Auf der Handelsplattform Tradegate legte das Wertpapier nachbörslich leicht zu. Am Donnerstag stieg die Aktie dann um 6,1 Prozent auf 24,36 Euro. Ein Händler bezeichnete die Spekulationen um Zalando als „nicht ganz neu, aber durch den Zeitungsbericht haben sie neue Nahrung erhalten“.

Lüttich gilt als globaler Knotenpunkt für Alibaba

Wie die ARD weiter berichtet, gilt die belgische Stadt Lüttich als neuer Knotenpunkt des globalen Netzwerks der Alibaba-Logistiktochter Cainiao. Das geplante Logistikzentrum in der Nähe des Flughafens soll dazu dienen, europäische Produkte nach China zu schiffen und umgekehrt. Mindestens 75 Millionen Euro wolle Alibaba in den 220.000 Quadratmeter großen Standort investieren. Europa-Chef Terry von Bibra zufolge soll die Expansion von Alibaba dort aber nicht enden:

„Das Wichtigste ist, dass wir eine enge Zusammenarbeit mit Lüttich entwickelt haben, auch wenn die Expansion von Alibaba in Europa hier nicht aufhören wird. Wir werden die Möglichkeit in Betracht ziehen, ein zweites oder drittes Zentrum zu schaffen. Es ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauern wird.“

Zu Alibabas Expansionsstrategie zählen bekanntlich auch Übernahmen: Der asiatische Online-Händler Lazada wurde bereits von dem chinesischen Konzern aufgekauft. Ob Zalando tatsächlich von Alibaba als Übernahmekandidat gewertet wird, ist nicht sicher. 

Update: Zalando kommentiert Spekulationen nicht

Zalando hält sich auf Anfrage von OnlinehändlerNews bedeckt. Marktgerüchte kommentiere das Unternehmen grundsätzlich nicht, lässt eine Sprecherin wissen. „Wir glauben an die langfristige Strategie und den Wert, den die Zalando Plattform für alle Akteure in der Moderbranche schöpft“, heißt es weiter. 

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Michael Pohlgeers

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel