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Kopfhörer, Drohnen und Mobilfunkgeräte

Bundesnetzagentur zieht mehr als zehn Millionen Produkte aus dem Verkehr

Veröffentlicht: 10.01.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 10.01.2019
Kopfhörer und Handy liegen auf einem Tisch

Die Bundesnetzagentur musste im vergangenen Jahr immer wieder eingreifen und den Online-Verkauf verschiedener Geräte unterbinden: Mehr als zehn Millionen Produkte waren aufgrund von Funkstörungen oder elektromagnetischen Unverträglichkeiten von einem entsprechenden Verkaufsverbot betroffen. Konkret ging es in vielen Fällen darum, dass die Artikel zum Beispiel den Mobilfunk behindert hatten und aus diesem Grund gar nicht im EU-Raum hätten verkauft werden dürfen.

Zahl der Problemfälle ist rasant angestiegen

Als Beispiele für kritische Waren nennt Heise Online verschiedene elektrische Geräte: So musste die Bundesnetzagentur mehr als vier Millionen Bluetooth-Lautsprecher, mehr als 2,4 Millionen Smartwatches, mehr als eine halbe Million Mobilfunkgeräte und mehr als 120.000 ferngesteuerte Drohnen vom Markt nehmen. Auch vernetzte Spielzeuge seien immer wieder zu beanstanden. Insgesamt habe die Bundesnetzagentur „in 713 Fällen Herstellern und Händlern in Deutschland Korrekturmaßnahmen auferlegt […], um Gerätemängel zu beheben“, heißt es.

Mit Blick auf die Fälle von 2017 ist ein gravierender Anstieg zu verzeichnen, betonte auch Jochen Homann, Präsidenten der Bundesnetzagentur: Die Entwicklungen zeigen „wie wichtig unsere Überwachung des Online-Handels ist“. Zum Vergleich: Nach Angaben von Notebookscheck hatte die Behörde im Jahr 2017 im Online-Handel lediglich rund 460.000 Produkte vom Markt nehmen müssen.

Polizei oder Krankenwagen können behindert werden

Der negative Trend fußt nicht zuletzt auf dem Fakt, dass eine immer größere Zahl unsicherer Produkte aus Asien nach Europa und auch nach Deutschland gelangt und hierzulande online angeboten werden. Homann hält Verbraucher dazu an, bei sehr preiswerten Produkten diese genau zu kontrollieren und beispielsweise auch zu prüfen, ob sie „über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben“, zitiert Heise weiter.

Besonders kritisch sind solche Artikel einzustufen, die sicherheitsrelevante Frequenzbereiche beeinflussen – anders ausgedrückt: Produkte, die den Funk der Polizei oder von Rettungsdiensten stören. So habe es beispielsweise 2,5 Millionen drahtlose Kopfhörer gegeben, die zu eben solchen Störungen führen können.

Insbesondere einzelne Händler, die hohe Stückzahlen von Geräten online verkauften, standen im vergangenen Jahr im Visier der Bundesnetzagentur. Im Rahmen anonymer Testkäufe konnten entsprechende Produkte ausfindig gemacht werden.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#2 WD 2019-01-10 22:59
Dafür interessiert sich Frau Merkel oder Herr Altmaier nicht, da dieses Land keinen Plan hat als nur Geld zu verbrennen und weiter Steuern zu erheben. Hauptsache man sagt, alles muss ein freier Handel sein, gute Bedingungen gegenüber den deutschen Händler. Wenn die Regierung wollte, würden die Importbedingung en verschärft werden - anstatt auf “offene Grenzen” zu setzen. Egal... zukünftig wird dieser führungslose Kontinent Europa untergehen... Die Chinesen setzen alles an um Ihre Vorteile auszuspielen. Denn die Chinesen haben wieder einen globalen Marktvorteil, denn dort gibt es einen neuen Steuersatz in China auf Unternehmensgew inne in Höhe von 5% (bis ca. 145K USD) und 10% (bis 450K USD) - gültig seit Januar. Aber darüber berichtet man lieber nicht, man soll keine Leute auf die Strasse bringen - noch mehr gelbe Westen machen keinen guten Eindruck.
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#1 Wolfgang Köbke 2019-01-10 13:20
Es ist vollkommen richtig, das die Bundesnetzagent ur solchen "Elektronikschr ott" aus Asien überpüft und aus dem Markt nimmt. Ob alles immer so in der hohen Anzahl sein muss, wage ich zu bezweifel. Wir sind halt ein "Beamtenstaat" wo manchmal gewisse Einsichten fehlen. Auf der anderen Seite fehlt für uns online Händler eine sehr preisgünstige Möglichkeit um diese Geräte testen zu lassen. *) Wenn jenes da ist und Händler die Produkte nicht testen lassen, müssen sie halt zahlen. Und die Gebühren/Strafe n der Bundesnetzagent ur sind sehr, sehr hoch. (Mußte selbst mal vor vielen Jahren für einen switch aus den USA zahlen, obwohl ich mir keine Schuld bewust war. naja schnee von gestern.
Selbst das CE Zeichen ist keine Gewähr für ein einwandfreies Produkt. Oft gefälscht - CE=China Export- sagen viele.

*) war hat da infos ?
tschüs
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