Der frühe Vogel

Amazon streicht Werbeaktionen, um weniger zu verkaufen

Veröffentlicht: 20.04.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 20.04.2020
Amazon-Pakete in einer Poststelle

Amazon erlebt derzeit ein absolutes Novum – und so auch die Branchenbeobachter, die sich mit dem US-Konzern auseinandersetzen: Weil die Zahl der Bestellungen seit Beginn der Coronakrise offenbar auf ein kaum mehr zu bewältigendes Ausmaß angestiegen sind, will Amazon nun seine Kunden dazu bringen, weniger statt mehr zu kaufen. 

Wie t3n.de unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtet, soll Amazon in diesem Jahr auf Werbemaßnahmen zum Muttertag und Vatertag verzichten. Für gewöhnlich kurbeln diese beiden Tagen die Umsätze des Online-Händlers an.

Der Verzicht auf Werbung ist aber nicht die einzige Maßnahme, die Amazon umsetzt, um die Verkaufszahlen zu senken: Der Konzern habe auf seiner US-amerikanischen Seite zudem das Widget entfernt, das Kunden ähnliche Produkte anzeigt, die andere Kunden schon gekauft haben.

Amazon hatte in den vergangenen Wochen bestimmte Produkte priorisiert, wodurch auch Prime-Kunden mitunter länger auf ihre Bestellungen warten mussten. Zudem soll offenbar der Prime Day in diesem Jahr nach hinten verschoben werden. Der Schnäppchentag sorgt für gewöhnlich für einen wahren Kaufrausch auf dem Marktplatz und lässt die Zahl der Bestellungen stark steigen. Doch in der Krise muss wohl auch Amazon mit seinen Kapazitäten haushalten.

Google stoppt 18 Millionen Corona-Phishing-Mails – täglich

Schon seit einigen Wochen nutzen Kriminelle die Coronakrise für ihre Machenschaften aus und verschicken betrügerische E-Mails. Nun hat Google laut t3n.de konkrete Zahlen zu diesen Fällen veröffentlicht. Demnach stoppt Google täglich 240 Millionen Spam-Mails mit Coronabezug. 

Zudem habe der Konzern allein in der letzten Woche täglich 18 Millionen betrügerische Mails verzeichnet. Mit diesen Mails versuchen Angreifer, ihre Opfer durch Erwähnung des Virus dazu zu bringen, auf einen gefährlichen Link zu klicken. Hinter dem Link verberge sich dann Schadsoftware oder ein Phishing-Versuch. 

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das einen Anstieg von Betrugsmaschen in Zusammenhang mit der Coronakrise beobachtet. Auch F-Secure und Microsoft melden ein verstärktes Aufkommen von Betrugsversuchen, die aktuelle Ängste ausnutzen. 

Avenga will lokale Online-Händler mit seinem Cloud-Service unterstützen

Der IT-Spezialist Avenga will lokalen Unternehmen unter die Arme greifen und stellt seinen Cloud-Service Wao.io für die Dauer der Coronakrise sowie die Zeit des anschließenden Wiederanlaufs der Wirtschaft kostenlos bereit. Davon sollen nach Angaben des Unternehmens vor allem Einzelhändler, Gastronomen und Gesundheitsdienstleister profitieren. 

„Dass viele von uns im Moment einen Großteil ihrer Zeit zuhause verbringen, trift vor allem Kleinunternehmen und viele Mittelständler besonders hart. Hinzu kommt, dass es erfahrungsgemäß gerade dort oft an IT-Know-how und Fachkräften fehlt, um den jetzt wichtigsten Kontaktpunkt zu den Kunden schnell und sicher auszubauen: die Website oder den Online-Shop“, erklärt Avenga-CEO Jan Webering. 

Interessierte Unternehmen können bis zum 15. Mai per E-Mail an zusammen@wao.io einen Zugang zu dem Service beantragen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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