E-Commerce: Die Baubranche im Umbruch

Veröffentlicht: 13.01.2016 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 13.01.2016

Wer denkt, dass sich nur der Einzelhandel durch den E-Commerce verändert, irrt. Die Auswirkungen von Digitalisierung und E-Commerce zeigen sich langsam aber sicher auch in Branchen, die man im ersten Moment nicht damit in Verbindung bringen würde. Wie jetzt eine neue Studie von Roland Berger und dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) beweist, stehen auch der Baubranche Veränderungen ins Haus.

Professioneller Handwerker bei der Arbeit

(Bildquelle Handwerker: mavo via Shutterstock)

Nach Angaben der Studie „Veränderung der B2C/B2B Marktstrukturen durch E-Commerce“, die von den Branchenexperten des Beratungsunternehmens Roland Berger und dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) angefertigt wurde, steht der Baubranche in den kommenden Jahren ein Umbruch bevor. Werden aktuell nur fünf Prozent der Baustoffe und Bauprodukte online eingekauft, soll sich dieser Wert in den kommenden 15 Jahren auf 25 Prozent verfünffachen. Dabei profitieren einige Marktteilnehmer mehr von dem Wandel als andere. Entsprechend der Auswirkungen für Großhandel, Fachhändler und Handwerker müssen unterschiedliche Handlungsoptionen betrachtet werden.

Großhändler mit größtem Potenzial

Laut der Studie hat der Großhandel das größte Potenzial. Sascha Haghani, stellvertretender Deutschlandchef von Roland Berger und Leiter des Competence Center Restructuring & Corporate Finance erklärt warum: „Vor allem gewinnt er (der Großhandel) dadurch einen zusätzlichen direkten Zugang zum Endkunden, sei es der Endverbraucher (B2C) oder der Handwerksbetrieb (B2B).” Ohnehin sind die Voraussetzungen für den Auf- bzw. Ausbau bereits vorhanden, da aus einem großen Produktsortiment geschöpft werden kann. Detaillierte und visualisierte Produktbeschreibungen liegen ebenfalls vor. Größter Vorteil dürfte jedoch der Preis sein, der durch das vorhandene Warenvolumen relativ niedrig angesetzt werden kann. Dennoch sollte sich der Großhandel nicht zu früh freuen. Haghani gibt zu bedenken, dass trotz der guten Startbedingungen „der Erfolg im Onlinegeschäft auch für den Großhandel keineswegs garantiert“ sei.

Studie „Veränderung der B2C/B2B Marktstrukturen durch E-Commerce“ | © Roland Berger - Screenshot
50 Prozent der Befragten denken, dass das Zielbild 2030 so aussehen wird. 42 Prozent glauben das nicht und 8 Prozent stimmten mit „Weiß nicht“. | Studie „Veränderung der B2C/B2B Marktstrukturen durch E-Commerce“ | © Roland Berger - Screenshot

Handlungsempfehlungen für DIY- und Fachhandel

Neben dem Großhandel ist auch das Bauhandwerk von der Veränderung betroffen. Laut Meistertipp.de wird sich das Handwerk in zwei Lager aufspalten. Während die Gewerke mit einem hohen Einfluss der Produkte auf den Kundenauftrag in die Rolle einer Montage- und Service-Dienstleistung gedrängt werden, wird der (Weiter-)Verarbeitende Teil sich auf Grund von Wissen, Kompetenz und Know-How beweisen können. Dritter betroffener Akteur sind Fachhändler und Baumärkte. Die Preistransparenz und der Direktverkauf von Herstellern und Großhandel lassen den Druck auf den Fachhandel steigen und stellen sogar das Geschäftsmodell in Frage. Der jetzt schon existierende Verdrängungswettbewerb im DIY- und Fachhandel wird durch die Digitalisierung des Vertriebs weiter an Intensität zunehmen”, bestätigt BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst.

Damit Betriebe im DIY- und Fachhandel den harten Konkurrenzkampf bestehen, empfehlen die Experten von Roland Berger und dem BHB drei Handlungsoptionen:

  1. Forcierung von Multichannel-Commerce
  2. Spezialisierung auf einzelne Warengruppen
  3. Strategische Kooperationen mit ausgewählten Partnern 

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