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Foodist über Stolpersteine im Online-Handel: „Nobody knows how many times you were fucked.”

Veröffentlicht: 31.07.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 31.07.2018

Aller Anfang ist schwer – so heißt es zumindest. Und dieses Sprichwort dürfte auch für die meisten Online-Händler zutreffen. Denn jeder fängt mal klein an und muss mit Schwierigkeiten zurechtkommen. Wir haben mit Alexander Djordjevic, dem Gründer des Gourmet-StartUps Foodist, gesprochen und gefragt, mit welchen Hürden er kämpfen musste und wie sein Unternehmen mit speziellen Stolpersteinen im Online-Handel umgegangen ist. Dabei geht es nicht nur um Logistik, Marketing und Shopsysteme, sondern auch darum, falsche Entscheidungen zurückzudrehen.

Alexander Djordjevic, Gründer von Foodist
© Foodist

OnlinehändlerNews: Wie kommt man als Jungunternehmen eigentlich an einen passenden Lieferanten bzw. Zulieferer? Gibt es dabei Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte?

Alexander Djordjevic: Das Auffinden und die Kontaktaufnahme zu Lieferanten ist relativ einfach. Die Herausforderung besteht darin, zuverlässige Lieferanten ausfindig zu machen und gute Konditionen auszuverhandeln. Besonders am Anfang – als unbekanntes Unternehmen – ist es schwer, gute Einkaufspreise und Zahlungskonditionen zu erhalten.

Um einen Online-Shop zu starten, benötigen Unternehmen ein passendes System. Worauf muss man bei der Wahl seines Systems besonders achten? Haben sich Ihre Anforderungen im Laufe der Zeit geändert?

Bei der Auswahl des Shopsystems geht es darum, nicht nur die aktuellen, sondern auch die zukünftigen Anforderungen in Verbindung mit der Entwicklung des Geschäftsmodells zu berücksichtigen. Wir haben z. B. nicht gedacht, dass unser Shopsystem in erster Linie eine gute Verwaltung für das Abonnementgeschäft abdecken und internationalisierbar sein muss.

Welche potenziellen Hürden sehen Sie im Bereich Lagerung und Logistik?

Für einen Online-Händler, der nicht als reine digitale Plattform zwischen Produzenten und Kunden agiert, sondern Waren einkauft, lagert und verschickt, ist die Logistik das Herzstück des Unternehmens. Hier lagern große Werte und hier entscheidet sich das Kundenerlebnis maßgeblich mit. Zu Anfang neigen viele Gründer dazu, die Logistik in-house zu machen und merken dann bei steigendem Wachstum die Notwendigkeit, in Personal, Hochregale, Warenwirtschaftssysteme, Equipment und große Lagerflächen mit langen Vertragslaufzeiten zu investieren. Wir sind an dieser Stelle den richtigen Schritt gegangen, die Logistiktätigkeiten an einen Dienstleister outzusourcen.

Ohne Werbung keine Kunden. Doch welche Werbestrategie ist eigentlich die Richtige?

Das ist von Unternehmen und Branche stark unterschiedlich. Im Fall von Foodist existiert nicht der eine, hochskalierbare Marketingkanal, sondern wir haben einen bunten Mix aus above & below sowie online & offline Marketingkanäle, die wir nutzen. Ich denke, dass vor allem Startups die Chance haben, viel auszuprobieren und den Erfolg eng zu messen. Dabei gilt es auch, sich einzustehen, wenn Kanäle nicht wie prognostiziert performen und dann auch Entscheidungen zurückzudrehen.

Musste Foodist in der Anfangszeit irgendwann einen Rückschlag hinnehmen, der dem Unternehmen dabei geholfen hat, besser zu werden?

Sowohl Foodist als auch ich als Unternehmer nehmen bis heute ständig Rückschläge hin, die uns dabei helfen, kontinuierlich mit den gewonnen Erfahrungen zu wachsen. Die Liste ist so lang, dass es den Rahmen dieses Interviews sprängen würde. Um es mit einem Zitat von Harvey Specter aus der US-Serie „Suits“ auszudrücken: „Success is like being pregnant. Everyone says congratulations but nobody knows how many times you were fucked.”


Q2-Ausgabe Onlinehändler Magazin

Dieses Interview ist Teil des Artikels „Stolpersteine auf dem Weg in den Online-Handel“ aus unserem aktuellen Onlinehändler-Magazin (Q3/2018). In dem Beitrag beleuchten wir verschiedene Hürden, mit denen sich Jungunternehmen im E-Commerce auseinandersetzen müssen – angefangen vom falschen Geschäftsmodell über unflexible Shopsysteme bis hin zu Lieferanten, Logistik und Marketing. Dabei kommen neben Foodist auch andere Unternehmen, wie etwa Reishunger zu Wort (ab Seite 70).

Außerdem finden Sie in unserem neuen Magazin ein Themenspezial rund um den Online-Handel in der Schweiz, ein Einblick in die Plattformstrategie von Otto, eine Übersicht über verschiedene Adressvalidierungstools oder auch einen Beitrag, der sich mit dem Markenrecht für Online-Händler auseinandersetzt. Die neue Q3-Ausgabe des Onlinehändler Magazins finden Sie kostenlos unter folgendem Link:

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Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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