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Amazon erhöht Lieferzeiten für Prime durch Verkäufer-Angebote

Veröffentlicht: 22.08.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 24.08.2018 | Gelesen: 8706 mal

Um seine Kunden nicht mit nicht eingehaltene Lieferzeitversprechen zu verärgern, hat Amazon jetzt die Lieferfristen für einige seiner Prime durch Verkäufer-Angebote angehoben. Die Änderung ist abhängig vom Standort des Händlers und des Kunden.

Amazon Pakete
© Julie Clopper / shutterstock.com

In der vergangenen Woche änderten sich bei einigen Prime by Seller-Händlern urplötzlich die Liefertermine. Für Bestellungen, die am 11.08. getätigt wurden, gab es Liefertermine vom 16.-17.08. Für Prime-Produkte, die normalerweise ein bis zwei Tage für die Zustellung brauchen, eine deutliche Steigerung der Lieferzeiten. Wie Shopanbieter.de berichtet, wurde vielen Händlern auf Nachfrage bei Amazon ein technischer Fehler bestätigt, einigen wurde als Grund der Feiertag in vereinzelten Bundesländern angegeben.

Vergangene Woche gab es vom Online-Riesen dann aber doch die offizielle Bestätigung, man werde die Lieferzeiten für Prime durch Verkäufer-Angebote standortabhängig anpassen:

Facebook Prime Mail
© Screenshot Facebook-Gruppe Multichannel Rockstars


Lieferzeiten werden auf regionaler Ebene angepasst

Die neue Berechnung fällt natürlich zulasten der Online-Händler, die die ursprünglichen Prime-Lieferzeiten von ein bis zwei Tagen nichtsdestotrotz einhalten können, ihnen durch den Algorithmus allerdings ein längeres Lieferfenster angezeigt wird. Dementsprechend haben einige Händler ihren Ärger darüber bereits in den sozialen Netzwerken öffentlich gemacht. „[...] Und es interessiert den Algo auch nicht, ob Du evtl. schneller liefern könntest. Und Du wirst auf Sicht eh nicht mehr liefern können per PBS, weil alle Artikel, die gleichsam per FBA erworben werden können eh eine schnellere Lieferzeit (zumindest versprechen!!) und dich damit eh aus der buybox schmeissen, da AMZ halt immer 5 Sterne hat...“, heißt es beispielsweise in der Facebook-Gruppe Multichannel Rockstars.

Andere Händler versuchen unterdessen ihre Kunden über die schnelleren Lieferzeiten auf anderem Wege zu informieren:

Facebook Prime
© Screenshot shopanbieter.de

Update - 24.08.2018, 18:15 Uhr

In der früheren Version des Artikels verwiesen wir auf Shopanbieter.de, die die Mutmaßung aufstellten, dass Amazon die Änderung auf Grund des KEP-Dienstleisters DPD durchführt. DPD weist dies entschieden zurück und hat der Redaktion folgendes Statement zukommen lassen:

„Die Aussage, dass Amazon das „standortbezogene Prime-Versprechen“ aufgrund der „anhaltenden Probleme bei DPD“ einführt, weisen wir als unrichtig zurück. DPD hat sich gegenüber Amazon im Rahmen von „Prime by Seller“ zu einem sehr hohen Maß an Laufzeitsicherheit verpflichtet. Dieses Leistungsversprechen wird zuverlässig eingehalten: Im Rahmen von „Prime by Seller“ können sich Händler auf eine Regellaufzeit von nur einem Tag verlassen. Die Entscheidung, standortbezogen längere Lieferzeiten in Aussicht zu stellen, liegt demnach nicht an der Leistung von DPD.“

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#6 C 28.08.2018, 14:27 Uhr
Die Antwort von DPD tritt nicht zu, sowohl 2016 als auch 2017 hat DPD in mehreren Zeiträumen bei uns verspätet oder überhaupt nicht abgeholt.
Die Folge große Reklamationen der Kunden und von Amazon.
Was am Schluß zur Einstellung des Versandes Prime durch Verkäufer von uns geführt hat.
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#5 Ch. Schwabe 24.08.2018, 22:33 Uhr
Hallo,
es könnte in diesem Zeitraum auch vielleicht etwas mit dem, in den meisten Teilen Deutschlands unbekanntem Feiertag "Maria Himmelfahrt" (15.08.2018) zu tun haben.

Nur so ein Gedanke. Konnte aber auch an DPD liegen ;-))
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#4 Seb 24.08.2018, 08:05 Uhr
@M: Wieso ist das Wettbewerbsbehi nderung? Drittanbieter handeln vollkommen freiwillig auf einer Amazon eigenen Plattform. Wer mit den Konditionen nicht einverstanden ist, der schließt halt keine Verträge mit Amazon sondern verkauft seine Produkte andersweitig.

Haribo (oder wer auch immer) hat ja auch kein Recht bei Aldi (oder wem auch immer) gelistet zu werden. Wenn Aldi meint, seine Eigenmarken zu bevorzugen, ist das allein Sache von Aldi. Entweder Haribo ist damit einverstanden, verhandelt neu oder wird ausgelistet.
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#3 M 23.08.2018, 11:12 Uhr
Ist das Wettbewerbsbehi nderung? Jeder Betroffene sollte sich beim Bundeskartellam t melden. Letztendlich ist es ein Eingriff in den Markt, welcher beeinträchtigt wird. Gegenüber Kunden und Händler. Letztendlich hätte doch gerne jedes Privatunternehm en den gesamten Profit. FBA betrifft es wohl nicht, denn das wird von Amazon selbst verwaltet. Von Ihnen als Redakteur erwarte ich bessere Recherche und eine Nachfassung im Zusammenhang mit der Wettbewerbsbehi nderung in De und Europa. Anscheinend ist das Thema für Sie nicht interessant. Aber vielleicht für viele Leser. Von diesem jetzigen Thema bis hin zu WEEE und Vollstreckungen von Strafen gegenüber Drittstaatenhän dler und dem Unternehmen Amazon, welches weiterhin durch europäische Gesetze die Märkte beeinflusst. Melden Sie sich mal beim Umweltbundesamt und bei der Europäischen Kommission. Dann haben wird endlich mal echte Nachrichten, die auch journalistisch die Themen behandeln.
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#2 Sara Stern 23.08.2018, 09:20 Uhr
Als ich kürzlich etwas als Prime-Kunde bei Amazon bestellen wollte, wurden mir zwei Versandoptionen genannt:
GRATIS Premiumversand: Lieferung Samstag, 25. August
GRATIS Standardversand : Lieferung Dienstag 21. August - Freitag 24. August
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#1 Seb 22.08.2018, 19:34 Uhr
Ich bin seit knapp 20 Jahren Kunde bei Amazon. Und ich bin Prime-Mitglied, solange es Prime in Deutschland gibt. In den letzten Jahren bemerke ich eine zunehmende Abnahme der Liefertreue. Allein in den letzten beiden Tagen wurden - durch DHL - zwei Same-Day Zustellungen nicht durchgeführt.

Das führt dazu, dass ich mittlerweile ein komplettes Jahr kostenfrei Prime-Mitglied bin, da bei einer jeden verspäteten Zustellung ein Monat gutgeschrieben wird. Das ist zwar äußerst nett und erfreulich für mich, aber nicht Sinn der Sache.

Aus vielen Gesprächen und Diskussionen, die ich geführt und verfolgt habe, weiß ich, dass auf Kundenseite DPD einen extrem schlechten Ruf hat. Bei den beiden Großen - DHL und Hermes - scheint sich dagegen der Ärger die Waage zu halten. Hier spielen wohl regionale Besonderheiten eine Rolle. So ist bei mir Hermes deutlichst zuverlässiger* als DHL, andere Kunden berichten vom Gegenteil.

Ich mutmaße mal, dass Same-Day und Zustellung am nächsten Tag bald auch bei FBA Geschichte sein werden. Das ständig wachsende Versandvolumen ist von den Logistikern bei den derzeitigen Preisen nicht mehr zu stemmen. Denn meistens liegt das Problem ja auf der letzten Meile, sprich dem Zusteller. Der Markt wird sich in Form höherer Preise und damit auch besserem und motivierterem Personal selbst regulieren. Aber das geht nicht von heute auf morgen.

*Beim von mir fast immer genutzten Versand an einen Hermes-Paketsho p hatte ich all die Jahre noch nicht einen einzigen Ausfall oder verspätete Lieferung. Das ist wirklich eine tolle Leistung.
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