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Der frühe Vogel

Stiftung Warentest kritisiert Amazon-Bewertungen

Veröffentlicht: 26.02.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 26.02.2019
Hand nimmt einen von fünf Sternen weg

Testergebnisse, wie etwa von der Stiftung Warentest, und Kundenbewertungen in Online-Shops sind für viele Kunden wichtige Kriterien beim Online-Einkauf. Doch die Ergebnisse der Tester und die Bewertungen der Kunden liegen oft weit auseinander. Die Stiftung Warentest hat nun am Beispiel von Amazon-Bewertungen gezeigt, woran das liegen könnte. Zeitgleich warnt die Stiftung davor, Kundenbewertungen zu sehr zu vertrauen.

„Nur in knapp einem Drittel der Fälle ist unser Testsieger auch das Produkt mit der besten Amazon-Bewertung“, erklärt die Stiftung Warentest zum Einstieg. Die Studie „Should We Reach for the Stars“, an der die Stiftung Warentest nach eigenen Angaben nicht beteiligt gewesen sei, komme zu dem Ergebnis, dass sich die Sterne-Bewertungen bei Amazon nicht gut eignen, um die Qualität eines Produktes einzuschätzen.

Das liege daran, da die Verbraucher eben nicht nach neutralen Kriterien bewerten: „Internetshopper äußern sich oft emotional und vertreten häufig extreme Meinungen zu den gekauften Produkten“, so die Stiftung Warentest. „Wer sich den Aufwand macht, eine Rezension zu schreiben, hat sich meist über eine Ware wahnsinnig gefreut oder geärgert.“ Das Mittelmaß sei in vielen Bewertungen unterrepräsentiert. Die Stiftung rät Verbrauchern deshalb, sich von den Sterne-Bewertungen nicht blenden zu lassen.

Kritisch sei zudem, dass Amazons Sterne-Bewertung keinen Durchschnitt der abgegebenen Rezensionen abbilde. „Amazon rechnet anstelle des Durchschnitts mit einem Modell, dass verschiedene Kriterien berücksichtigt – etwa wie alt eine Bewertung ist, wie nützlich andere Käufer eine Kritik fanden, ob es sich um einen verifizierten Kauf handelt und wie authentisch Rezensenten wirken“, habe die Stiftung auf Anfrage an den Online-Händler erfahren. Deshalb seien Bewertungen für Verbraucher mit Vorsicht zu genießen, warnt die Stiftung.

Etsy-Umsätze wachsen um ein Drittel

Der Handmade-Marktplatz Etsy hat seine Geschäftszahlen für das letzte Quartal und das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Wie Tamebay berichtet, legten die Umsätze des Unternehmens im vierten Quartal um 46,8 Prozent und im Gesamtjahr um 36,8 Prozent zu. Damit erreichte Etsy im Jahr 2018 einen Umsatz von 3,9 Milliarden Dollar. Zudem wuchs die aktive Käuferzahl um rund 18 Prozent auf 39,4 Millionen. Der Gewinn fiel mit 77 Millionen Dollar etwas niedriger aus als im Vorjahr – das lag vor allem an gestiegenen Marketing-Kosten.

Mobile Content: Google stellt eine neue Version seines Testing-Tools vor

Google hat eine neue Version seines Test-my-Site-Tools vorgestellt. Wie t3n.de berichtet, ermöglicht die neue Version die Bewertung der Ladezeit von ganzen Websites und von untergeordneten Seiten. Zudem könne die Ladezeit im Vergleich zum Vormonat ausgewertet werden. Das neue Tool zeigt zudem, wie sich Änderungen an der Ladezeit auf Conversion-Rate und den Umsatz auswirken.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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Kommentare  

#1 Naja 2019-02-26 11:33
Diese Stiftungen haben natürlich das Problem, dass immer weniger Leute nur auf sie vertrauen, da man andere Quellen (nicht nur Amazon - so weit ist es glücklicherweis e noch nicht) heranziehen kann. Damit schwindet die Macht, aber es ist ja egal, weil der Steuerzahler die Sache finanziert. Man liest vermutlich viel Unsinn gerade bei Amazon Bewertungen / Rezensionen, da dort die Käufer in eine Art Amazonwelt-Watt e gehüllt sind, aber wenn man sich die Mühe macht, bei den Beurteilungen die sinnfreien oder z.B. Händlerbezogene n Aussagen zu überlesen, sind diese Beurteilungen schon von Nutzen und das meist mehr als diese von den Staatstestern. Diese liegen und lagen ja auch nie immer richtig, wie diverse Urteile zeigen.
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