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Gastartikel: Rechnungskauf 4.0: Die Evolution eines Klassikers

Veröffentlicht: 27.06.2018 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 27.06.2018

Auch in der heutigen Zeit ist der Rechnungskauf für eine große Zahl der deutschen Konsumenten das bevorzugte Zahlverfahren. Doch dieser muss aufgrund sich ändernder Ansprüche auf der Höhe der Zeit bleiben. Robert Bueninck, Klarna Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und Schweiz, erklärt, wie das geht.

Online Payment

© Makistock - Shutterstock.com

Der Rechnungskauf ist seit den Zeiten des Katalog-Versandhandels die Lieblings-Zahlart der Deutschen. Das verwundert nicht: Die Ware begutachten und dann erst bezahlen bietet nun mal die maximale Sicherheit aus Sicht des Konsumenten. Mit der rasanten Entwicklung des Online-Handels schien auch das schleichende Ende der Rechnung gekommen: Immer mehr kristallisierten sich neue Bezahloptionen wie Wallets oder Direktüberweisungsverfahren heraus. Dennoch blieben auch im digitalen Zeitalter die Konsumenten der Rechnung treu. Der Rechnungskauf ist immer noch die bevorzugte Bezahlvariante der Deutschen (vgl. ECC-Payment-Studie Vol. 22): Für vier von zehn Verbrauchern, die im Netz einkaufen, ist sie die Bezahlart Nummer eins.

Smart Customer bevorzugen andere Zahlverfahren

Allerdings hat die Studie auch ergeben, dass sich gerade in der Kundengruppe der Smart Customer mit PayPal eine Wallet-Lösung als präferiertes Zahlungsmittel etabliert hat (35,3 Prozent). Die Rechnung landet bei den Smartphone-affinen, konsumfreudigen Smart Customer nur noch auf Rang zwei (34,3 Prozent). Diese sogenannten Smart Customer sind laut ECC technikaffin, gebildet und konsumfreudig. Für sie ist das Smartphone in allen Lebenssituationen, unabhängig von Uhrzeiten, ein permanenter Begleiter. Etwa 11 Prozent der deutschen Internetnutzer werden zu dieser Gruppe gezählt. Laut ECC-Studie wird der Rechnungskauf von Konsumenten als altmodisch wahrgenommen. Viele sprechen der Rechnung die Schnelligkeit ab und stufen sie als eher langweilig ein. Bei den Themen wie Seriosität, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit liegt die Rechnung dagegen im Vergleich mit PayPal klar vorne.

Im Wettbewerb der Zahlverfahren bestimmte Anforderungen erfüllen

Beide Perspektiven (Händler und Konsumenten) zeigen, dass der Rechnungskauf immer auf der Höhe der Zeit sein muss, will er auch künftig mithalten. Deutliches Verbesserungspotenzial ergibt sich auf Konsumentenseite unter anderem bei den Faktoren „einfache und bequeme Nutzung“ sowie bei den „Rückerstattungsmöglichkeiten“. Um als modernes Zahlungsmittel wahrgenommen zu werden, muss der Rechnungskauf auf Konsumentenseite folgende Attribute modernen Payments aufweisen:

  • Rechnungen müssen auf einen Klick bezahlbar sein, von überall aus.
  • Bei Retouren müssen Rechnungen schnell und unkompliziert pausiert und korrigiert werden
  • Bei Rücksendungen nach Begleichen der Rechnung muss die Erstattung schnell wieder auf dem eigenen Konto sein.
  • Der Rechnungskauf muss auf allen Endgeräten (Smartphone, Tablet, Laptop, Computer etc.) ähnlich einfach und unkompliziert funktionieren.
  • Kundenfreundlichkeit bedeutet auch, dass Zahlungen flexibel sein müssen, beispielsweise die Möglichkeit, Zahlungen in den nächsten Monat zu schieben oder die Einmalzahlung in einen Ratenkauf umwandeln zu können.
  • Die Anforderungen, die zum Markenkern (z. B. Sicherheit, geringe Kosten) des Rechnungskaufes gehören, müssen auch weiterhin erfüllt sein.

Aufseiten der Händler muss der moderne Rechnungskauf – vor allem in der abgesicherten Variante über einen Dienstleister – konkurrenzfähige Kosten bieten. Denn aktuell werden diese besonders negativ von Händlern beurteilt. Die smarte Einbindung des Rechnungskaufes in die Buchhaltungsprozesse ist ein weiterer Punkt, der aus Sicht der E-Commerce-Anbieter verbessert werden sollte. Denn wenn der Kunde nach Erhalt der Ware noch bezahlen muss, ist das mit einem vergleichsweise hohen buchhalterischen Aufwand verbunden. Die schnelle, automatisierte und einfache Integration ist in diesem Fall einer der Erfolgsfaktoren.

Fazit: Der moderne Rechnungskauf hat die Evolution schon vollzogen

Der Kauf auf Rechnung gehört nach wie vor zu den zwei beliebtesten Zahlungsoptionen der Deutschen. Vielfach jedoch wird dem Kauf auf Rechnung die Zukunftsfähigkeit abgesprochen, gerade was Schnelligkeit, Modernität und Einsatzfähigkeit auf allen Endgeräten anbelangt. Doch dies ist ein Trugschluss: Der Rechnungskauf kann – modern interpretiert – der Konversions-Turbo im elektronischen Handel sein. Kundenfreundliche Elemente wie One-Click-Payment über die App, flexible Umwandlung des Rechnungsbetrages in einen Ratenkauf  beziehungsweise das Verschieben des Zahlungsziels in den Monat X sind zum Teil Alleinstellungsmerkmale, die den Rechnungskauf für den Smart Customer zur Nummer eins macht. Diese Eigenschaften erhöhen den Convenience-Faktor aus Sicht der Konsumenten weiter, vor allem bei den Smart Customers, die von einem Zahlverfahren Schnelligkeit, Einfachheit und Verfügbarkeit auf allen Endgeräten erwarten.

Aufseiten des Händlers kann der Rechnungskauf in der abgesicherten Variante mit einer konkurrenzfähigen Kostenstruktur und einer Verringerung des buchhalterischen Extra-Aufwandes seine Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen. Moderne Rechnungsanbieter, die eine flexible Lösung für Konsumenten und eine leicht integrierbare Checkout-Lösung für Händler bieten, zeigen, wie der Rechnungskauf die Evolution zu einem modernen und innovativen Zahlverfahren bereits vollzogen hat.


Über den Autor

Robert Bueninck, Geschäftsführer DACH, Klarna Group 

Robert Bueninck von Klarna

Robert Bueninck ist seit März 2018 Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Klarna, dem führenden Zahlungsanbieter in Europa. Klarna hat es sich zum Ziel gemacht, das Einkaufserlebnis der Nutzer mit flexiblen Finanzierungs- und Zahlungsmöglichkeiten „smoooth“ zu gestalten und Händler so bei ihrem Wachstum zu unterstützen.

Bueninck ist bereits seit sechs Jahren in verschiedenen Positionen für das 2005 in Schweden gegründete Unternehmen tätig. Zuletzt war er Geschäftsführer für die Märkte in Belgien und den Niederlanden. Er hat Banking und Finance sowie International Business an der Holland University of Applied Sciences studiert und war vor seiner Zeit bei Klarna selbst als Unternehmer aktiv.

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