Erstattungsmissbrauch auf dem Vormarsch

Betrug im Online-Modehandel nimmt deutlich zu

Veröffentlicht: 20.04.2021 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 20.04.2021
Mausefalle auf Tastatur

Zwar konnte sich die E-Commerce-Branche in Zeiten der Pandemie über ein deutliches Wachstum freuen, gleichzeitig nahmen mit steigenden Verkaufszahlen aber auch die Betrugsversuche zu. Besonders am Modehandel scheinen Gauner aktuell Gefallen gefunden zu haben, hier berichten Händler laut einer Untersuchung des Technologieunternehmens Ravelin von einem Anstieg bei fast allen Arten des Betrugs.

Täuschungen bei Retouren besonders beliebt

Die aktuelle Analyse zeigt, dass 32 Prozent der Modehändler in den letzten zwölf Monaten einen Anstieg des Online-Zahlungsbetrugs verzeichneten, fast die Hälfte erlebte einen Anstieg von unrechtmäßigen Kontoübernahmen sowie des Missbrauchs von Werbeaktionen. Besonders drastisch nahm der Erstattungsmissbrauch im Jahr 2020 zu. Hier verzeichneten 54 Prozent der Händler aus der Modeindustrie einen Anstieg, 19 Prozent sogar ein erhebliches Wachstum.

Wie aus dem Bericht außerdem hervorgeht, sind die Anteile von Betrügerein im Modehandel deutlich höher, als in jeder anderen Branche aus dem Einzelhandel. Einer der Hauptgründe für die Zunahme des Rückerstattungsmissbrauchs könnte beipielsweise daran liegen, dass mehr Verbraucher das sogenannte „wardrobing“ betreiben: also Kleidung online einkaufen, nur um Fotos für soziale Medien zu machen, bevor sie diese wieder zurückschicken.

Bewusstsein für Online-Betrug stärken

„Die Bedingungen der Pandemie haben eine regelrechte Petrischale für das Wachstum von Betrug geschaffen“, kommentiert Mairtin O'Riada, Mitgründer und Chief Information Officer bei Ravelin in einem Beitrag von ecommercenews. „Einzelhändler bemühen sich, den E-Commerce voranzutreiben und wickeln extrem hohe Transaktionsvolumina online ab, während sie gleichzeitig versuchen, eine wachsende Anzahl von Online-Lieferungen zu erfüllen“, so O'Riada zu den aktuellen Schwierigkeiten.

Dabei kam der Kampf gegen Betrugsversuche in den vergangenen Monaten oft zu kurz, noch immer besitzt fast ein Viertel der Modemarken ein Betrugsteam von nur fünf Personen oder weniger. Als positiv bewertet wird aber, dass inzwischen drei Viertel der Unternehmen planen, ihre Teams und das Budget dahingehend aufzustocken, um den Betrug einzudämmen und die eigenen Gewinnmargen zu schützen.

Über die Autorin

Corinna Flemming
Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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