Projekt der Uni Stanford

Künstliche Intelligenz soll politische Einstellung am Gesicht erkennen

Veröffentlicht: 22.01.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 22.01.2021
Gesichtserkennung

Gesichtserkennung kennen manche Smartphone-Nutzer schon vom Entsperren ihres Gerätes. Forscher der renommierten US-Uni Stanford heben diese Technologie jetzt aber scheinbar auf ein neues Level: Sie wollen mittels einer dahinter steckenden Künstlichen Inteligenz (KI) sagen können, welche politischen Vorlieben ein Mensch hat. Das berichtet das Portal Techxplore.

Gesichtserkennung per KI: Liberale schauen direkt in die Kamera

Die Gesichtserkennungs-Software soll demnach erfassen können, ob ein Mensch eher liberal oder konservativ ist. In Tests konnte die Künstliche Intelligenz in 72 Prozent der Fälle die politische Orientierung korrekt vorhersagen. Die KI analysiere dabei rund 2000 Datenpunkte, wie zum Beispiel den Gesichtsausdruck, Gesichtsmerkmale, Kopfhaltung oder den Blick des jeweiligen Menschen in die Kamera. So galten Personen, die direkt in die Kamera blickten, etwa als eher liberal. Menschen, die in ihrem Ausdruck Ekel zeigten, wurde eher als konservativ eingeschätzt. „Allgegenwärtige Gesichtserkennungstechnologie kann die politische Orientierung von Individuen aufdecken, da sich Gesichter von Liberalen und Konservativen durchweg unterscheiden“, heißt es im Originalbericht.

Entwickelt wurde die Software von Michal Kosinski, Associate Professor of Organizational Behavior an der Stanford University Graduate School of Business. Er und sein Team hatten die KI in den vergangenen drei Jahren mit mehr als einer Million Fotos von Dating-Webseiten und Facebook-Profilen aus den USA, Großbritannien und Kanada trainiert. Dabei war in den Profilen auch die politische Richtung der jeweiligen Personen angegeben.

Kosinski baute bei dem jetzigen Projekt auf eine früher von ihm entwickelte KI auf, die ebenfalls Schlagzeilen machte: 2017 stellte er eine Gesichtserkennungs-Software vor, die die Sexualität einer Person anhand ihrer Gesichtszüge ermitteln sollte – dafür wurde er unter anderem von Bürgerrechtsbewegungen und Datenschützern scharf kritisiert. Auch die jetzigen Erkenntnisse dürften ein starkes Echo hervorrufen: Die Aussagekraft äußerer Merkmale ist mehr als umstritten, politische Einstellungen können sich auch ändern, etc.

Probleme mit Gesichtserkennung bei Amazon

Darüber hinaus gibt es gerade auch beim Einsatz von vermeintlicher Gesichtserkennung immer wieder krasse Aussetzer, etwa bei Amazon. Dessen umstrittene Gesichtserkennungssoftware „Rekognition“, die unter anderem in der Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden sollte, verwechselte sogar Männer und Frauen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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