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Neue Foto-Funktion von Apple: Datenschützer schlagen Alarm

Veröffentlicht: 09.08.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 09.08.2021
iPhone

Mit der neuen Funktion „neuralMatch“ sollen iPhones in Zukunft kinderpornografische Inhalte auf Fotos erkennen und den Behörden melden. Wenn Nutzer Fotos in die iCloud laden, soll die Software den Abgleich durchführen und sofern sie bedenkliche Bilder findet, sollen diese übermittelt und von einem Menschen geprüft werden. Die Bilder werden dabei mit einer Datenbank verglichen – bei einem eindeutigen Ergebnis wird der Besitzer des Gerätes des Behörden gemeldet.

Die Funktion lässt bei Datenschützern die Alarmglocken klingeln. Im Interview mit der ARD warnt der Verschlüsselungsexperte Matthew Green, Professor an der Johns-Hopkins-Universität, dass das System missbraucht werden könne: „Es wird sicherlich bald Leute in Foren wie Reddit geben, die diese neue Funktion ausnutzen, in dem sie gefakte kinderpornografische Fotos bauen und einem anderen User unterjubeln und so das System aktiviert wird. Hat Apple die Funktion getestet? Hat es seine Algorithmen dazu veröffentlicht? Das ist nicht passiert.“

Green hält es für „leichtsinnig“, die Funktion auf Milliarden iPhones zu aktivieren. Die Datenschutzorganisation Electronic Frontier kritisiert die Software ebenfalls und stellt Apples Anspruch als führendes Unternehmen beim Datenschutz in Frage. Whistleblower Edward Snowden befürchtet, Apple rolle eine weltweite Massenüberwachung aus. Apple selbst wehrt sich gegen die Kritik. Die neue Funktion schütze vielmehr die Privatsphäre der Nutzer.

Epic Games: Plante Google eine Übernahme?

Im vergangenen Jahr kochte der Streit zwischen dem Fortnite-Entwickler Epic Games und den App-Store-Betreibern Apple und Google hoch. Epic kritisierte die hohen Gebühren im App-Store und bot eine eigene Bezahloption an – woraufhin das Unternehmen aus den App-Stores flog und die Parteien vor Gericht zogen. Laut Bloomberg zeigen nun aufgetauchte Dokumente, dass Google offenbar mit dem Gedanken spielte, Epic in Teilen oder komplett zu kaufen – wohl, um den Rechtsstreit damit zu beenden. Kurios: In dem Dokument werde auch besprochen, wie Google zur Gebührenhöhe von 30 Prozent im App-Store stehe. Google selbst bewerte die Höhe als „willkürlich“.

Gaming-Dienstleister Xsolla entlässt Mitarbeiter und tritt nach

Der Zahlungsdienstleister Xsolla ist die den meisten eher unbekannt. Das Unternehmen aus Russland arbeitet aber zum Beispiel mit Ubisoft, Epic Games und Valve zusammen – und geht offenbar sehr fragwürdig mit seinen Mitarbeitern um, wie Golem berichtet. Der Chef des Unternehmens schrieb in einer E-Mail an seine Mitarbeiter: „Viele von euch sind vermutlich schockiert, aber ich glaube wirklich, dass Xsolla nichts für euch ist“, und gleichzeitig kündigte er ihnen mit der Begründung: „Ihr habt diese E-Mail erhalten, weil mein Big-Data-Team eure Aktivitäten in Jira, Confluence und Gmail sowie Chats, Dokumente und Dashboards analysiert und euch als unengagierte und unproduktive Mitarbeiter identifiziert hat.“ 150 Angestellt sollen betroffen sein, wie genau er an die Daten gelangt ist, sagte er nicht.

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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