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Für die Umwelt

Zalando will wiederverwendbare Verpackungen testen

Veröffentlicht: 13.09.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 13.09.2019
Zalando-Logo unter einer Lupe

Neben den vielen Vorteilen, die der E-Commerce bietet, hat er allerdings auch eine gravierende Schwachstelle: Er erzeugt Unmengen an Müll. Immer mehr große Unternehmen versuchen daher, Lösungen zu finden, um die Abfallmengen zu verringern und die eigenen Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Auch der Moderiese Zalando hat nun bekannt gegeben, eine neue Strategie zu testen. Dabei setzt das Unternehmen auf Mehrwegverpackungen.

Wiederverwendbare Verpackungen haben mehrere Vorteile

In den kommenden Tagen werde Zalando nach eigenen Aussagen eine vierwöchige Pilotphase starten, in der man wiederverwendbaren Verpackungen nutzen werde, um die bestellten Produkte an die Kunden zu liefern. „10.000 Kunden in Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark bekommen ihre Zalando-Bestellungen in Versandtaschen, die immer wieder verwendet werden können. Somit wird Verpackungsmüll reduziert, da ein und dieselbe Verpackung wiederholt zum Versenden und zur Retoure genutzt wird“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Diese Strategie habe gleich zwei Vorteile: Sie verlängere nicht nur den Lebenszyklus von Rohstoffen und vermeide Müll, sondern verringere zugleich auch den CO2-Ausstoß, da durch die Wiederverwendung keine neuen Verpackungen produziert werden müssen. Auf diese Weise könne der CO2-Ausstoß um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Mehrwegverpackungen: Kunden müssen aktiv werden

Dabei ist der Einsatz von Mehrwegverpackungen grundsätzlich gar nicht so unkompliziert, denn nicht nur für Zalando selbst, auch für die Kunden wird sich dadurch einiges ändern. Auf der einen Seite sei „das Auspackerlebnis“ anders als bei traditionellen Paketen. Auf der anderen Seite entsteht für die Kunden ein höherer Aufwand: „Denn um die Verpackung wiederverwenden zu können, muss sie dem Kreislauf wieder hinzugefügt werden. Das bedeutet, dass auch wenn Zalando-Kunden nichts retournieren möchten, muss die Verpackung zurückgesendet werden.“ Kunden müssen also selbst aktiv werden.

Im Rahmen des Pilotprojekts wird Zalando also prüfen, wie sich die Mehrwegverpackungen bestmöglich in die eigenen Logistikprozesse integrieren lassen, und darüber hinaus auch Erfahrungswerte sammeln können, inwieweit die Kunden bereit sind, die nachhaltige Strategie mitzutragen.

Der Modehändler verweist allerdings auch auf eine internationale Verbraucherumfrage aus dem vergangenen Frühjahr: Dabei wurden insgesamt 4.000 Teilnehmer befragt. Das Ergebnis: 83 Prozent der deutschen und 67 Prozent der finnischen Befragten gaben an, zu versuchen, Kunststoffmengen im Alltag reduzieren zu wollen. Eine grundsätzliche Bereitschaft ist also durchaus vorhanden.

Zalando: Es braucht neue Lösungsansätze

Wollen Händler in Zukunft vermehrt auf wiederverwendbare Verpackungen zurückgreifen, wird sich wohl noch einiges verändern müssen. Gerade auch, was die Integration in den Alltag angeht. Uwe Streiber, Team Warehouse Consumables bei Zalando, kommentiert: „Durch Mehrwegverpackungen wird das Material von Abfall zu Wertstoff. Ein einheitliches System, bei dem Kunden die Verpackung nicht zurückschicken, sondern beispielsweise im Supermarkt abgegeben können, würde die Veränderung für alle erleichtern.“

Die neuen Mehrwegverpackungen, die Zalando testet, stammen übrigens vom finnischen StartUp RePack. Die Versandtasche lassen sich zusammenfalten und sollen dann von den Kunden mit einem Retourenlabel versehen und in den Briefkasten geworfen werden. Von einer zentralen Stelle aus sollen sie in die verschiedenen Logistikzentren verteilt werden.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Toshi 2019-09-13 08:41
Fantastische Idee, leider ein Anbieter, wo ich nicht kaufe.
Rückgabe über einen Briefkasten ist zusätzlich richtig klasse, den findet nun jeder "griffbereit" in der Nähe.

Aber die "83% der Deutschen, die bereit seien....", die hauen einen um.
Im Leben nicht! Da wollte wohl jemand bei der Antwort keine Diskussion und schnell wurde mal umweltfreundlic h getan.
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