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Marketing Automation

Mit diesen Tools automatisieren Sie Ihr Marketing

Veröffentlicht: 19.05.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 19.05.2020
Marketing Automation Grafik

Marketing ist eine Wissenschaft für sich. Lead Management, Social Media, Pressearbeit, Messen, Mediavermarktung, Business Development, E-Mail-Marketing etc. etc. Das alles (und noch viel mehr) unter einen Hut zu bekommen, ist schwer genug, an allen Fronten genau das zu liefern und auszuspielen, was auch Erfolg verspricht, ist noch einmal eine ganz eigene Herausforderung und alle Bemühungen zu bündeln und zu koordinieren, gleicht einem Puzzle mit viel zu vielen Teilen. Um das Marketing gezielt zu steuern und vor allem mittelfristig Zeit und Geld zu sparen, ist Marketing Automation eine effiziente Antwort.

Es gilt aber, vorher das eigene Marketing genau zu überprüfen. Denn man muss sich zunächst darüber klar werden, was man automatisieren will, was man automatisieren kann und welche Vorbereitungen dafür notwendig sind. Um dann im zweiten Schritt die für das eigene Unternehmen richtigen Tools auszuwählen. Denn davon gibt es am Markt mittlerweile eine ganze Menge, von All-in-One-Lösungen über Spezialisten, die sich etwa auf das E-Mail-Marketing konzentrieren, bis hin zu Open-Source-Modellen, die aber viel eigenes Know-How voraussetzen. Ein entscheidender Faktor ist dann am Ende, natürlich, auch der Preis. Eine große Suite ist teurer als ein kleines Tool, ein kleiner Online-Händler hat andere Möglichkeiten – und andere Anforderungen – als ein Großkonzern und als ein StartUp.

Bedienbarkeit ist Trumpf

Im Folgenden stellen wir einige bekannte und weniger bekannte Tools vor, beleuchten Funktionsumfang und, wenn möglich, den Preis. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann dabei freilich kaum bestehen. Das Bewertungsportal G2Crowd zählt mittlerweile mehr als 200 Anbieter von Marketing Automation Software. Dabei herauszufinden, welches nun das „beste“ ist, gleicht einer Mammutaufgabe. Wir wollen uns daher an dieser Stelle auf einige wenige konzentrieren. Für interessierte Unternehmen kann es aber ein Start in die Recherche sein. Wer es direkt etwas ausführlicher und detaillierter möchte, wird bei den Kollegen von contentmanager fündig: Die haben 18 Marketing Automation Tools anhand von 153 Kriterien und den Preisen verglichen. Je nach Anforderung finden Sie mit dem Toolvergleich die passende Software für Ihren Online-Shop.

Bei vielen Tools gilt zudem: Ausprobieren lohnt sich! Oft gibt es kostenlose Testzeiträume, einige Anbieter bieten auch Präsentationen der Tools, um ihre Funktionen vorzustellen. Und gerade bei Marketing Automation Tools gilt für unerfahrene Nutzer: Nicht abschrecken lassen! Bedienung, Vorbereitung und Implementierung ins eigene Unternehmen mögen zunächst komplex und einschüchternd wirken. Es geht am Ende auch gar nicht unbedingt um die Frage, welches Tool die meisten oder die besten Funktionen hat.

Denn, da darf man ehrlich sein: Gerade die großen Suiten von Adobe, IBM oder Salesforce sind sich im Funktionsumfang mittlerweile recht ähnlich, jeder Anbieter will die eierlegende Wollmilchsau an den Mann bringen. Viel wichtiger ist die Frage, wie gut ein Angebot in das eigene System, die eigenen Abläufe und wie gut es sich von den Mitarbeitern händeln lässt. Das beste Marketing Automation Tool nützt nichts, wenn niemand im Unternehmen dessen Funktion auch gewinnbringend voll ausnutzen kann. Im besten Fall sorgt die Automation für eine erhebliche Simplifizierung der täglichen Marketingarbeit und langfristig für mehr Erfolg. Und nicht für Fragezeichen über den Köpfen ganzer Abteilungen.

Hubspot

Hubspot ist einer von vielen Anbietern, die versuchen, das Marketing-Rundum-Sorglos-Paket anzubieten. Der Anbieter ist eine gute Adresse für Unternehmen, die bereits einen großen Grundstock an Kunden-, Vertrags- und Nutzerdaten sowieso ein breit aufgestelltes Marketing-Portfolio besitzen und hier Struktur hereinbringen wollen. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es: „Führen Sie potenzielle Kunden automatisiert durch Ihren Marketing-Funnel, indem Sie die Schritte Ihrer E-Mail-Kampagnen automatisieren. Die visuelle Benutzeroberfläche lässt diese Automatisierungen ganz einfach werden. Sie nutzen diese Mechanismen aber nicht nur für Ihre E-Mail-Kampagnen, sondern auch für viele andere Arbeitsprozessen, zum Beispiel die Weiterleitung von Leads an die Vertriebsmitarbeiter.“

In einer kostenlosen Variante bietet Hubspot bereits viele CRM- und Marketing-Tools, vom Kontaktmanagement über E-Mail-Marketing bis zur Anzeigenverwaltung. Kostenpflichtig ist der Marketing Hub, den es in drei Varianten gibt:

Starter: Das Einstiegspaket beinhaltet 1.000 Kontakte und ist ab 46 Euro pro Monat nutzbar. Je mehr Kontakte man verarbeitet, desto teurer wird es entsprechend. Dieses System nutzen im Übrigen die meisten Anbieter. Neben den Inhalten der kostenlosen Basis-Variante bietet Hubspot hier weitere Möglichkeiten zur Lead-Konvertierung, weitere Informationen über die eigenen Leads und Interaktionsmöglichkeiten im E-Mail-Marketing und beim Anzeigen-Retargeting.

Professional: Das Professional-Paket für mindestens 1.000 Kontakte gibt es ab 740 Euro pro Monat. Hier kommen neben Social Media, SEO-Tools, Landing-Pages und umfangreichen Analyse-Möglichkeiten auch Automatisierungsfunktionen hinzu, unter anderem für E-Mail-Marketing und Anzeigen. Mit Smart Content lassen sich Webseiten und E-Mail-Content personalisieren.

Enterprise: Das leistungsstärkste Angebot bietet Hubspot ab 10.000 Kontakten und 2.499 Euro monatlich vor allem größeren Unternehmen an. Teams und Marken lassen sich besser verwalten, die Automatisierung wird noch etwas „klüger“. So lassen sich etwa Frequenzlimits für E-Mails einstellen, die Nutzer in einem bestimmten Zeitraum erhalten oder E-Mails automatisch auslösen, wenn Nutzer bestimmte Aktionen durchführen. Mit der Enterprise-Variante lässt sich der Marketing Hub von Hubspot quasi in seiner vollen Ausprägung nutzen.

Salesforce Pardot

Salesforce beschreibt Pardot selbst als „Schweizer Taschenmesser“. Mit dem Tool bietet der Cloud-Computing-Anbieter eine Suite, die mit allen Automation-Wassern gewaschen ist. Wie auch der Marketing Hub von Hubspot, wird Pardot in drei Paketen angeboten, die sich aber schon allein aufgrund des Preises eher an mittlere bis größere Unternehmen richten. Pardot konzentriert sich nicht nur, aber vor allem auf die Leadgenerierung über die Website und über E-Mail-Kampagnen. Mit der Marketing Cloud von Salesforce lässt sich der Funktionsumfang noch einmal erweitern.

Growth: Das Growth-Paket bietet für 1.250 Euro pro Monat Standardfunktionen zur Marketingautomatisierung für bis zu 10.000 Kontakte. Darin enthalten sind zum Beispiel die standardisierte CRM-Integration, E-Mail-Marketing und Lead-Nurturing sowie die Erfolgskontrolle durch ROI-Berichte.

Plus: Das Plus-Paket (2.500 Euro pro Monat, bis zu 10.000 Kontakte) bietet alle Funktionen der Growth-Variante und erweitert diese um zusätzliche Analysefunktionen, A/B-Tests auch für Landing Pages und das dynamische Bereitstellen von personalisierten Inhalten. Auch Social-Media-Profile lassen sich hier anlegen und bearbeiten, das Lead-Scoring ist zudem in mehreren Kategorien möglich.

Advanced: In der Advanced-Variante werden zusätzlich zu den Funktionen von Plus- und Growth-Paket weitere Inhalte und Service-Leistungen gewährt. So lassen sich zum Beispiel Benutzerrollen definieren und kundenspezifische benutzerdefinierte Objekte direkt ins Salesforce-CRM integrieren. Die Personalisierung der Kundenansprache kann also noch detaillierter angepasst werden. Zum Chat-Support kommt im Advanced-Paket zudem auch ein telefonischer Support. Die flexibelste Pardot-Variante ist aber zugleich auch die preisintensivste: Das Paket kostet 4.000 Euro monatlich für bis zu 10.000 Kontakte.

Act-On

Die Marketing-Automation-Suite von Act-On will alle Dimensionen der Marketingautomatisierung in einem Tool vereinen. Geboten werden natürlich automatisierte E-Mail-Kampagnen inklusive Personalisierung (mit Daten aus der eigenen Datenbank), zentralisiertes und automatisiertes Social-Media-Marketing, Tools für Inbound- und Outbound-Marketing, Lead-Priorisierung und Tracking für alle Kanäle. Act-On ist in viele CRMs integrierbar, als offene Plattform bietet Act-On viele Schnittstellen. Das erfordert zwar eine umfangreiche Einarbeitung, dafür bietet Act-On aber auch umfangreiche Onboarding-Möglichkeiten, die bei 475 Euro beginnen. Der finanzielle Aufwand ist in dem Falle aber sehr lohnenswert. Regulärer Support ist natürlich in den Paketen integriert. Act-On bietet zwei Funktionspakete, die aber anpassbar sind und im Preis variieren, je nach Anzahl der Kontakte, der Nutzer und auch der hinzugebuchten Optionen.

Professional: Das Professional-Paket gibt es ab 875 Euro monatlich und beginnt bei 2.500 aktiven Kontakten. Schon das günstigere der beiden Pakete bietet eine ganze Reihe der genannten Funktionen, weitere lassen sich auf Wunsch individuell inkludieren, darunter Account-basiertes Marketing oder die CRM-Integration.

Enterprise: Diese sind in der Enterprise-Variante bereits integriert, die das volle Paket der Act-On-Möglichkeit bietet. Auch dieses Paket startet bei 2.500 Nutzern und kostet im Monat 1.925 Euro. Neben den zusätzlichen Funktionen sind hier bereits mehr Marketing- und Sales-Nutzer standardmäßig vorgesehen als in der Professional-Variante. Weitere Kontakte sorgen übrigens wie bei quasi allen Anbietern für höhere Kosten. In der Regel sinkt mit mehr Kontakten aber der Preis pro einzelnem Kontakt.

Keap

Keap (früher Infusionsoft) richtet sich eher an kleinere bis mittlere Unternehmen, kann also gerade für Online-Händler ein guter Einstieg in das Thema Marketing Automation sein. Vom E-Mail-Marketing über Landing-Page-Builder bis zu entsprechenden Automatisierungsfunktionen bietet Keap einen guten Grundstock für den Einstieg. Ein Tool-Feuerwerk wie bei großen Anbietern darf man zwar nicht erwarten, aber dafür ist Keap auch preislich für kleinere Unternehmen attraktiv und zwar in allen drei angebotenen Paketen.

Keap Grow: Keap Grow richtet sich vor allem an kleine Unternehmen, beinhaltet 500 Kontakte und ist bereits für 79 Dollar pro Monat nutzbar. Integriert sind im kleinsten Paket u.a. Kundenmanagement, E-Mail-Marketing und Service-Funktionen. Ein Experten-Coaching für einmalig 99 Dollar soll den Einstieg erleichtern, in einem kostenlosen Testzeitraum kann man Keap ausprobieren.

Keap Pro: Auch die Pro-Variante, die für 500 Nutzer 149 Dollar pro Monat kostet, lässt sich kostenlos testen. Der Funktionsumfang erweitert sich hier um Automatisierungsfunktionen für Marketing und Sales, einen Landing-Page-Builder und smarte Reportmöglichkeiten. Ein Coaching kostet knapp 500 Dollar.

Infusionsoft: Die umfangreichste Variante nennt sich Infusionsoft und ist ab 199 Dollar monatlich erhältlich. Hier integriert Keap fortschrittlichere Reporting- und E-Commerce-Funktionen und außerdem ein umfangreiches Lead-Scoring neben den Funktionen der kleineren Varianten. Ein kostenloser Test wird hier nicht angeboten, die Integration erfolgt in enger Absprache mit dem Sales-Team des Anbieters.

Wishpond

Ähnlich wie Keap richtet sich auch Wishpond vornehmlich an kleine bis mittlere Unternehmen, „die die Themen Leadgenerierung und Marketing Automation angehen wollen und nach einer einfach zu bedienenden Lösung suchen.“ Der Anbieter wirbt vor allem mit einer einfachen Integration und Bedienung samt Funnel-Erstellung als USP. Personalisierte E-Mail-Kampagnen, Lead-Generierung und automatisierte Aktionen für Apps gehören zum Portfolio. Entsprechend der Zielgruppe ist die Preisgestaltung im Vergleich sehr moderat. Das Unternehmen bietet das sogenannte JumpStart Program, um Kunden bei der Implementierung zu unterstützen. Drei Pakete stehen bei Wishpond zur Auswahl.

Starting out: Das kleinste Paket gibt es bereits ab 49 Dollar pro Monat. Automatisierung, E-Mail-Kampagnen oder Landing Pages sind hier bereits dabei. Anders als bei vielen Anbietern ist die Zahl der Nutzer nicht begrenzt, im kleinsten Paket sind aber maximal 1.000 Leads möglich.

Everything You Need: Hier kommen A/B-Tests und Custom CSS zu den Grund-Features hinzu. Die Zahl der maximalen Leads erhöht sich auf 2.500. Everything You Need ist für 99 Dollar monatlich nutzbar.

Rapid Growth: Das teuerste Paket beginnt bei 199 Dollar pro Monat, bietet ein kostenloses Integrations-Coaching und zusätzlich besonders umfangreichen Support. An den Features ändert sich nichts, hier sind aber mehr Leads möglich. Für 199 Dollar sind maximal 10.000 Leads vorgesehen, je mehr es werden, desto teurer wird das Paket bis hin zu einer Million Leads für knapp 3.000 Dollar. Darüber hinaus wird individuell verhandelt.

Fazit

Marketing Automation Tools sind zunächst mit Kosten verbunden, die sich aber sehr schnell rechnen, wenn die Systeme erst einmal ineinandergreifen. Welches Tool das richtige ist, ist immer eine individuelle Entscheidung, es schadet zum Beispiel nicht, erste Schritte mit dem eigenen E-Marketing-Anbieter auszuprobieren, wenn dieser entsprechende Automatisierungsoptionen bietet. Mit kleinen E-Mail-Funnels kann man Dinge ausprobieren und merkt ganz nebenbei, ob diese Option für den Start reicht oder wo man an Grenzen stößt. Bis das Marketing zufriedenstellend automatisiert ist, kann es ein langer Weg sein, der sich aber lohnt.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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