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KEIN Video der Woche

Kaufland lässt den Wendler singen – und stoppt dann die Kampagne

Veröffentlicht: 09.10.2020 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 09.10.2020
Screenshot: Wendler im gestoppten Kaufland-Video

Wenn man als Unternehmen für die eigenen Angebote werben will, kann man dies auf seriöse, zurückhaltende Weise tun – oder man macht es wie Kaufland mit dem marketing-technischen Vorschlaghammer und verpflichtet den deutschen Schlager-Star Michael Wendler, der in der Boulevard-Sparte mit Klatsch und Skandalen regelmäßig die Schlagzeilen befüllt.

In einem neuen, knapp zweiminütigen Video wurde das ohnehin schon klischeebehaftete Wendler-Video zu seinem Lied „Egal“ aufgegriffen und zu Kauflands Zwecken umgewandelt: Dann nämlich rollte der Promi mit seinem Einkaufswägelchen und wehendem Haar durch die Gänge, um hier seiner Liebsten etwa Tofu-Hack, Bio-Rind oder Bier zu besorgen. 

Insbesondere jene Zuschauer, die dem deutschen Schlager grundsätzlich zugetan sind, hätten sich sicher an Michael Wendler erfreut, der in dieser Szenerie hüftschwingend „Regal“ schmetterte. Auch Liebhaber sexistischer Anspielungen wären mit der Liedstelle rund um „junges Gemüse“ auf ihre Kosten gekommen. Alle anderen hätten sich zumindest an der eingängigen Melodie oder dem anspruchslosen Bass erfreuen können.

Kein Happy Ende: Kaufland stoppt den Spot

Warum an dieser Stelle Worte wie „hätten“ und „wären“ zum Einsatz kommen? Weil Kaufland das Werbevideo bereits nach kurzer Zeit wieder löschte. Obwohl ein Blick in die Videoinformationen bei YouTube kurz nach Erscheinen bereits fast 220.000 Aufrufe erreichen konnte, ist das Video mittlerweile nicht mehr über den Kaufland-Kanal erreichbar.

Warum? Weil Michael Wendler kurz nach Erscheinen des neuen Werbevideos mit Verschwörungstheorien rund um die grassierende Coronapandemie um die Ecke kam: So warf er beispielsweise der Bundesregierung im Rahmen der Krise via Instagram „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz vor“. Auch gegen den Fernsehsender RTL, bei der er in der Show „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen sein sollte, teilte er aus und bezeichnete diesen laut n-tv als „gleichgeschaltet“ und „politisch gesteuert“.

Darauf reagierte Kaufland und distanzierte sich umgehend von dem Schlager-Star. Versehen mit dem Hashtag #nichtegal verwies das Unternehmen darauf, dass man es nicht hinnehmen werde, wenn mit der „Sicherheit & Gesundheit von Menschen gespielt“ werde.

Ein wichtiges und absolut notwendiges Statement in Zeiten, in denen Menschen mithilfe kruder Theorien, Fake-News und Verschwörungsgeschichten demokratische Strukturen oder die Wissenschaft unterwandern wollen. Daher ist das Video an dieser Stelle ganz zu recht KEIN Video der Woche.

Über die Autorin

Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Kommentare  

#1 Thomas Knott 2020-10-10 14:38
Ich bitte Sie, sich zu mäßigen! Der Onlinehandel profitiert von der Coronakrise, aber viele andere verlieren. Die Regierung und die Behörden verlieren kontinuierlich Gerichtsverfahr en wegen überzogener Corona- Maßnahmen. Frau Merkel setzt ein Gespräch mit den Oberbürgermeist ern an, für das es keine Verfassungsgrun dlage gibt. Verträge zu Lasten Dritter sind aber laut BGB verboten, auch für die Bundesregierung und die Oberbürgermeist er. Also, Herr Wendler ist sicher ein schriller Vogel, aber sein Lied von den überzogenen Coronamassnahme n pfeifen schon die Spatzen vom Dach: So geht das nicht weiter. Also, mäßigen Sie sich bitte.
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