Vergabe von Werbeplätzen

Google und Meta sollen illegale Absprachen getroffen haben

Veröffentlicht: 17.01.2022 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 17.01.2022
Google und Facebook Apps

Google und die Facebook-Mutter Meta sollen sich illegalerweise bei der Vergabe von Online-Werbeplätzen abgesprochen haben. Das werfen mehrere US-Bundesstaaten den Konzernen vor und sehen sogar die Führungsspitzen direkt an den Vorgängen beteiligt. Vergangenen Freitag reichte das von Texas angeführte Bündnis deshalb eine überarbeitete Fassung seiner gegen Google gerichteten Klageschrift ein, berichtet die FAZ. Die Klage war ursprünglich im Dezember 2020 eingereicht worden. 

Demnach seien Google-Chef Sundar Pichai, sein Stellvertreter Philipp Schindler sowie die Meta-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg direkt an den illegalen Absprachen beteiligt gewesen. Die Bundesstaaten werfen Google vor, Manipulationen bei der Versteigerung von Online-Werbeplätzen vorgenommen zu haben. Damit habe der Konzern Konkurrenten ausgeschaltet. 

„Persönlich gebilligt“

Die mutmaßliche Absprache von Google und dem Facebook-Konzern Meta gehe dabei auf September 2018 zurück: Damals hätten sich die beiden Konzerne abgesprochen, so die Darlegung der Staatsanwälte. Eine entsprechende Vereinbarung sei von Schindler und der „Geschäftsführerin und Mitglied des Facebook-Vorstands, die selbst eine Zeit lang die Werbeabteilung bei Google geleitet hatte“ unterzeichnet worden. Indizien deuten darauf hin, dass es sich dabei um Sandberg handele – in den Dokumenten sei der Name allerdings geschwärzt worden.

Eine offenbar von Sandberg an Mark Zuckerberg gerichtete E-Mail bezeichne die Vereinbarung mit Google als „strategisch sehr wichtig“, bedürfe allerdings der expliziten Zustimmung des Facebook-Chefs. Sundar Pichai habe auf der Gegenseite das weitere Vorgehen „persönlich gebilligt“, heißt es. 

Google und Meta widersprechen den Vorwürfen

Die Konzerne widersprechen der Darstellung der US-Bundesstaaten. Eine Sprecherin von Google erklärte, die Klage sei „voller Ungenauigkeiten und ohne rechtliche Grundlage“, die Vorwürfe seien „unbegründet“. Pichai habe zudem die betreffende Vereinbarung nicht unterzeichnet, so Google. Meta zufolge habe es sich um eine „nicht exklusive Bieter-Vereinbarung mit Google“ gehandelt, die der Konzern vergleichbar auch mit anderen Plattformen getroffen habe. Damit habe der Konzern nach eigenen Angaben den Wettbewerb bei der Platzierung von Werbung erhöht. 

Die Konzerne stehen unter Druck

Es ist die zweite große Klage, mit der sich der Facebook-Konzern derzeit in den USA auseinandersetzen muss: In der vergangenen Woche hatte ein US-Gericht der Kartellklage der US-Wettbewerbsbehörde FTC akzeptiert. Die Bundesstaaten wollen in der Folge ihre Klage ebenfalls wieder aufnehmen. Dabei geht es um die Übernahmen von WhatsApp und Instagram. Diese sollen wieder rückgängig gemacht werden, um die Marktmacht von Facebook/Meta wieder zu schwächen. Auch hier argumentierte der Konzern, dass die Übernahmen den Wettbewerb gefördert hätten.

Google muss sich ebenfalls mit weiteren Klagen in den USA beschäftigen. Unter anderem wirft die US-Regierung dem Konzern ein illegales Monopol bei der Online-Suche und Online-Werbung vor. Klage in der Sache wurde im Oktober letzten Jahres eingereicht und könnte nach Angaben der FAZ zur Aufspaltung des Konzerns führen.

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Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in unseren Multimedia-Formaten, dem OHN Podcast und unseren YouTube-Videos.

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