Wir wurden gefragt: Dürfen PayPal-Gebühren auf den Kunden umgelegt werden?

Veröffentlicht: 08.08.2016 | Geschrieben von: Yvonne Bachmann | Letzte Aktualisierung: 30.06.2022

PayPal-Zahlungen sind weit verbreitet, weil sie (meist) reibungslos und sehr schnell funktionieren. Aus diesem Grund nutzen auch Kunden den Zahlungsdienst gerne für eine zügige Bezahlung. Aber auch PayPal möchte ein Stück vom Kuchen abhaben und lässt sich den Dienst vergüten. Können die Kunden an den angefallen Kosten beteiligt werden?

Paypal

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Gebühren umlegen ja, aber…

Die gute Nachricht zunächst vorweg: Es spricht rechtlich nichts dagegen, einem Verbraucher die Kosten für die Nutzung einer Zahlungsart „aufzubrummen“. Online-Händler können also Kosten für die Nutzung der Zahlung via PayPal verlangen. Diese genaue Gesetzesregelung hat mit der Verbraucherrechterichtlinie und deren Umsetzung vor gut zwei Jahren Einzug in das deutsche Recht gefunden.

Der Gesetzgeber wäre aber nicht der Gesetzgeber, wenn es nicht noch ein paar kleine aber entscheidende Voraussetzungen hierfür ins Gesetz eingebaut hätte.

Zum einen ist da folgende Voraussetzung: Soll ein Verbraucher ein Entgelt dafür zu zahlen, dass er seine Zahlungspflicht erfüllen will, muss ihm neben der kostenpflichtigen PayPal-Zahlung auch mindestens eine weitere gängige und zumutbare unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit angeboten werden. Das ist beispielsweise die Vorkasseüberweisung oder die Zahlung per Rechnung. Welche anderen Zahlungsarten außerdem gängig und zumutbar sind, ist immer wieder in der Diskussion.

Außerdem will der Gesetzgeber ausschließen, dass Händler über die Gebühr hinaus Kosten in Abzug bringen. Das Entgelt für die Zahlung per PayPal darf nur so hoch ausfallen, wie sie dem Online-Händler tatsächlich auch angefallen ist. Berechnet PayPal dem Händler beispielsweise pauschal für jede Transaktion einen Prozentbetrag, darf auch nur dieser Betrag an den Kunden weitergereicht werden. Soll der Verbraucher nur anteilig an den angefallenen Kosten beteiligt werden, ist dies auch zulässig. Es dürfen jedoch nicht mehr Kosten erhoben werden.

Antwort

Ja, jedoch nur, soweit sie angefallen sind und daneben eine kostenfreie gängige und zumutbare Zahlungsart auswählbar ist.

Kommentare  

#4 Marcus M. 2016-08-11 15:18
Ich selbst ärgere mich auch immer wieder, wenn Händler diese Kosten zusätzlich aufbrummen. Das hat bei der Bestellung einen negativen Beigeschmack. Daher entschied ich mich ebenfalls, die Kosten der Paymentanbieter mit in die Kalkulation der Preise aufzunehmen.

Es ist tatsächlich ein Kaufkriterium, wenn Kunden die Kosten in dem Warenkorb, und somit auf der Rechnung, sehen oder nicht.
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#3 Sigi B. 2016-08-10 17:17
Zu Beginn der Paypal-Pflicht bei Ebay habe ich mich auch wahnsinnig geändert. Allerdings ist durch das Anbieten von Paypal der Umsatz doch enorm gestiegen. Viel mehr Umsatz bedeutet auch mehr Gewinn.
Wir berechnen unseren Kunden diese Kosten nicht - sonst würden sie sicher auch abwandern. Ich würde auch nirgends kaufen, wenn man mir die PP-Kosten in Rechnung stellt.
Wir berechnen unseren Kunden auch nicht das Verpackungsmate rial um die online gekaufte Ware versenden zu können.

Bei einer vernünftigen Kalkulation sollten all diese Kosten mit in die Berechnung einfließen. Dann braucht man sich auch nicht zu ärgern.
Das ist ein Lernprozeß, den wir auch erst hinter uns bringen mußten.
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#2 Heinicke 2016-08-10 14:23
Ich denke einigen Käufern wurden gerade bei kleineren Summen die Augen übergehen was Paypal für Gebühren kassiert. Bei Summen unter 10 € kommt man schnell auf 8-9 % Gesamtgebühren. Ich halte das für Wucher.
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#1 Thomas Wicht 2016-08-10 14:04
Wir führt man das auf der Rechnung auf oder wird bei der Erhebung auch MwSt. fällig?
Wenn ja kann man dann den Posten Netto aufführen + 19% MwSt.

zb. 0,35 EUR + 1,9% Rechnungsbetrag + 19% MwSt.
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