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Die Online-Autobranche im Fokus

Veröffentlicht: 05.09.2013 | Autor: Katja Naumann | Letzte Aktualisierung: 05.09.2013

Kleidung, Schuhe, Technik, Kosmetik, Reisen und auch immer mehr Lebensmittel werden alltäglich im Web bestellt. Beim Autokauf verlassen sich die meisten zwar noch auf den Autohändler vor Ort, aber die Online-Autobranche zieht an und bietet den Kunden viele attraktive Angebote und Vorteile.

Auto online kaufen

Von Autokauf bis Nummernschild – alles ist online möglich

Der TÜV SÜD geht unter Berufung auf das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) davon aus, dass die Online-Autobranche in den nächsten Jahren auch im Bereich des Neuwagenhandels stark wachsen wird. Die Experten nehmen an, dass im Jahr 2020 bis zu zehn Prozent der Fabrikwagen ohne Besichtigung und Probefahrt direkt aus dem digitalen Showroom an den Käufer gehen werden. Bereits jetzt hat der Kunde die Möglichkeit, das meiste rund um den Autokauf im Internet zu erledigen. Autorecherche, Modellvergleich, Beratung und Kauf sind in der Online-Autobranche ebenso möglich wie im stationären Autohandel. Eine Probefahrt kann online gebucht werden und selbst für die Zulassungsstelle kann in vielen Städten online ein Termin vereinbart werden. Zusätzliche Zeit kann auf der Zulassungsstelle gespart werden, indem die fertig geprägten Kennzeichen direkt mitgebracht werden, wobei auch dieser Service inzwischen online verfügbar ist. Die Reservierung von Wunschkennzeichen und die bequeme Lieferung des fertigen Nummernschildes nach Hause, bietet zum Beispiel der Kennzeichen Shop von Kroschke.

Online-Autobranche mit Wachstumspotenzial

Laut dem Handelsblatt kamen in Deutschland auf drei Millionen im stationären Handel gekaufte Neuwagen 38.000, die im Jahr 2012 über die Online-Autobranche vermittelt wurden. Der Trend geht jedoch auch beim Autokauf immer mehr zum E-Commerce. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben viele Überschneidungspunkte mit anderen Online-Branchen.

Recherchieren, Vergleichen und Shoppen vom Sofa aus, ist nicht nur in der Online-Autobranche, sondern quer durch alle Geschäftsgebiete ein Trend mit Wachstumspotenzial. Es ist einfach und bequem, das gewünschte Produkt online auszuwählen, in den Warenkorb zu legen, zu bezahlen und es einfach nach Hause geliefert zu bekommen. Neben vielfältigen Vergleichsmöglichkeiten, die von Produktvergleichen bis Preisangebotsvergleichen reichen, sind Angebot und Auswahl riesig, sodass man sich in Ruhe für ein Produkt entscheiden kann. Ein weiterer großer Vorteil beim Internet-Handel, der gleichermaßen für die Online-Autobranche wie auch für andere Geschäftszweige gilt, ist ständige Verfügbarkeit der Online-Showrooms, die weder an Öffnungszeiten noch an Schließtage gebunden sind. Information und Kauf sind somit bequem von zu Hause aus, rund um die Uhr möglich.

Online-Autobranche lockt mit hohen Rabatten

Die Online-Autobranche lockt die potenziellen Käufer von Neuwagen jedoch zusätzlich zu den klassischen E-Commerce-Vorteilen mit Rabatthöhen, die der stationäre Autohändler in der Regel nicht bieten kann. Durch die höheren Rabatte beim Neuwagenkauf im Internet wächst die Zahl der Online-Autokäufe. Laut einer Prognose des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen, auf die sich das Handelsblatt beruft, soll der Online-Neuwagenverkauf 2013 um 2.000 Autos auf 40.000 steigen. Die hohen Rabatte sind dabei nicht unrealistisch, denn allein die Vertriebskosten sind laut CAR im Online-Handel um gut 10 Prozent geringer als im stationären Autohaus und zusätzlich wirken sich auch die Händler-Margen auf die Preisdifferenzen aus.

Hersteller online mit Nachholbedarf

Noch gibt es wenig Hersteller, die ihre Neuwagen direkt über den Online-Handel anbieten. Online-Neuwagenkäufe werden zum größten Teil über die vier Anbieter „APL PriceOpzimizer“, „Autohaus24.de“, „Carneoo.de“ und „meinauto.de“ abgewickelt. Aber je weiter das Geschäftsmodell „Neuwagen aus dem Internet“ wächst, umso wahrscheinlicher wird es, dass die Hersteller selbst in die Online-Autobranche einsteigen, um selbst von den wachsenden Umsätzen zu profitieren. Wenn namenhafte Hersteller den Anfang machen, werden sich darüber hinaus die Konkurrenten in Zugzwang sehen und den gleichen Weg beschreiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Wandel hat schon begonnen, denn im Juli dieses Jahres hat BMW bekannt gegeben, dass zukünftig neben dem Elektroauto i3 auch alle anderen Modelle des bayerischen Herstellers zusätzlich im Direktvertrieb über das Internet angeboten werden sollen. Die Folge waren Proteste der niedergelassenen BMW-Händler, die im Vertriebsweg Online-Autobranche eine Bedrohung der eigenen Existenz sehen.

Reagiert haben auf die Ankündigung von BMW auch die beiden direkten Konkurrenten im Premiumsegment, Mercedes und Daimler, die kurz darauf ankündigten, ebenfalls in den Online-Autoverkauf einsteigen zu wollen. Nachholbedarf hat die Online-Autobranche auf jeden Fall, denn laut einer Studie von Capgemini kann sich in Deutschland mehr als jeder dritte Autokäufer vorstellen, sowohl Bestellung als auch Bezahlung vollständig online abzuwickeln. Es ist also an der Zeit, dass auch die Automobilhersteller endlich den Schritt in die Online-Autobranche wagen.

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