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Studie

So manipulieren Online-Shops ihre Kunden

Veröffentlicht: 28.06.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 28.06.2019
Puppenspielerhand

Offenbar sind viele Online-Händler nicht zimperlich, wenn es darum geht, Kunden zum Kauf zu treiben. Grundsätzlich ist es zwar das gute Recht eines jeden Händlers, die eigenen Verkäufe nach oben zu treiben, aber nur, solange es im legalen Rahmen ist. Einer Studie der Princeton University und der University of Chicago zufolge überschreiten aber offenbar viele Online-Shops die Grenze des Erlaubten. In ihrer Studie „Dark Patterns at Scale: Findings from a Crawl of 11k Shopping Websites“ haben die Universitäten insgesamt 11.000 englischsprachige Online-Shops auf ihre Nutzung von sogenannten Dark Patterns untersucht, also manipulativen Methoden, um die Verkäufe nach oben zu schrauben.

Ergebnis: 1.267 der 11.000 analysierten Shops nutzen Dark Patterns, berichtet T3n. Diese sind nicht per se illegal, allerdings wurden bei 183 der untersuchten Shops insgesamt 243 manipulative Methoden gefunden, die in Teilen der Welt illegal sind. Die Studie unterscheidet 15 verschiedene Methoden in sieben Kategorien. Dabei handelt es sich etwa um Sneaking, also zum Beispiel das heimliche Ablegen von zusätzlichen Produkten im Warenkorb, um Urgency, also das Vorgaukeln einer in Wahrheit nicht vorhandenen Dringlichkeit oder um Scarcity, die Behauptung, gewisse Produkte seien nur noch in begrenzter Stückzahl verfügbar. Weitere Methoden sind eine nur scheinbare Benutzerfreundlichkeit, falsche Kundenbewertungen oder unrechtmäßige Pflichtfelder (etwa eine erzwungene Newsletter-Anmeldung).

Tools zur Manipulation

T3n geht davon aus, dass die Zahl der Anbieter, die ihre Kunden täuschen oder manipulieren, weitaus höher ist, als es die Studie vermuten lässt. Denn für die Dark-Patterns-Studie haben die Wissenschaftler die 11.000 meistbesuchten Online-Shops analysiert. Die Methoden dürften auch in vielen der „kleineren“ Shops genutzt werden. Darüber hinaus nutzen die Shops offenbar Tools von Drittanbietern, die sich gezielt auf unlautere Methoden spezialisieren. Die Forscher konnten insgesamt 22 entsprechende Tools identifizieren. Auch an dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die Dienstleistungen nicht alle illegal sind. So finden sich etwa Tools zum Erhöhen der Conversion Rate oder zum Vergrößern der Community, aber eben etwa auch eines, um die „Dringlichkeit zu erhöhen, um die Conversions zu maximieren“, so T3n.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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Kommentare  

#1 sergej 2019-07-03 14:31
Jeder zweite Shopify-Shop.
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