Neues Tool

Amazon Explore bietet Live-Shopping für stationäre Händler

Veröffentlicht: 29.04.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 29.04.2021
Frau zeigt Kleid in Kamera

Einkaufen im stationären Handel ist vielerorts immer noch kaum möglich. Amazon will mit der Funktion Explore deutschen Händlern helfen, trotzdem Kunden in den Laden zu bekommen – nämlich über das Smartphone. Amazon weist aktuell im Verkäuferportal Seller Central auf die Live-Shopping-Funktion hin. Amazon hat Explore bereits im Herbst 2020 gestartet, der Fokus lag dabei aber eher auf virtuellen Reisen, wie Amazon Watchblog über das neue Projekt berichtet hatte.

So funktioniert Live-Shopping mit Amazon Explore

Das geplante Prinzip: Stationäre Händler machen mit ihren Kunden über ein Online-Portal einen Termin aus, präsentieren dann via Smartphone ihre Waren im Laden und beraten zum Kauf. Der Vorteil: Die Händler müssen keinen Online-Katalog einrichten, sondern können Fotos der Artikel machen und die entsprechenden Produktinformationen hinzufügen – der Kauf läuft dann über Amazon. „Amazon Explore ist ein neuer Service, mit dem Kunden Ihr stationäres Geschäft virtuell erleben können. Amazon Explore ist ein personalisiertes Kundenerlebnis, um neue Marken und einzigartige Produkte zu entdecken und bequem von zu Hause aus zu kaufen“, wirbt Amazon. In diesem Video über Explore zeigt Amazon, wie es ablaufen soll.

Der Händler benötigt dafür logischerweise ein Smartphone, Kopfhörer und einen sogenannten Gimbal, eine Aufhängung für das Smartphone, um möglichst ruckelfrei zu interagieren. Amazon bietet zum Start von Explore auf das nötige Equipment einen Rabatt bis 1. Juli 2021, außerdem gibt es eine kostenlose Testphase. Wir haben Amazon für weitere Informationen angefragt.

Was halten Amazon-Händler von Explore?

Im dazugehörigen Diskussionsforum sind die Meinungen über das geplante Konzept geteilt. Ein Nutzer kritisiert: „(...) Renne ich mit jedem durch den Laden, weil er sich mal alles ansehen will und verdiene dann am Ende mit Glück meine üblichen wenigen Prozent… heavy. Aber es wird sicher viele geben die gerne Kaufladen spielen und dann eben am Jahresende das Erwachen bei der Bilanz erleben, wenn Sie nicht grade dabei sind jemandem die neuesten Schals vor die Nase zu halten.“

Andere sehen Potenzial in Amazons Idee: „Ich finde die Thematik mega interessant - im Onlinehandel ist es eben mit noch so vielen Bildern oder Videos nicht möglich, die ’persönliche’ Atmosphäre des Shoppens erlebbar zu machen.(...) Das könnte durchaus die Zukunft des Shoppens sein“, findet ein Seller. „Das ist sicher nicht das Modell für reine Onlineversender oder große Geschäfte, es ist die Ideale Möglichkeit für kleine Geschäfte jetzt trotzdem Kundschaft zu bedienen“, meint ein anderer Amazon-Händler.

Live-Shopping im Online-Handel wird generell immer beliebter, wie auch Alex von Harsdorf vom Livestream-Dienst Livebuy im Interview erklärt. Zuletzt ist in Deutschland Tchibo auf den Zug aufgesprungen. 

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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