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Wie wird man Online-Händler? – Teil 2: Ausbildungsmöglichkeiten

Veröffentlicht: 19.09.2013 | Autor: Doreen Rothmann | Letzte Aktualisierung: 19.09.2013

Das Internet entwickelt sich immer mehr zu einer Plattform für den Handel, weshalb sich auch die Anforderungen an einen Händler verschieben. Das Geschäftsfeld des Online-Handels gewinnt ständig an Bedeutung, sodass auch die Nachfrage nach Fachpersonal stetig steigt. Auch wenn eine Ausbildung zum Online-Händler noch nicht angeboten wird, haben sich bereits Hochschule und Universitäten auf das junge Berufsfeld eingestellt und bieten verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich des E-Commerce.

Online-Händler Ausbildung

E-Commerce studieren

Die Hochschule für angewandtes Management in Erding bietet deshalb den Bachelor-Studiengang „E-Commerce – Branchenfokussierte Betriebswirtschaft“ an. Weil viele Unternehmen das Potenzial des E-Commerce erkennen und sich in diesem Geschäftsfeld langfristig etablieren wollen, steigt die Nachfrage nach ausgebildetem Fachpersonal, die die Implementierung entsprechender Online-Shops sowie deren Vermarktung und Management vornehmen, die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen sowie auf das veränderte Käufer-/Nutzerverhalten hin ausgebildet sind. Das Studienprogramm der Hochschule für angewandtes Management ist deshalb auf die E-Commerce-Branche ausgerichtet, sodass die Absolventen optimal auf das neue Berufsfeld eines Online-Händlers vorbereitet werden. Neben der Aneignung von betriebswirtschaftlichen Kernkompetenzen wird auch branchenspezifisches Fachwissen vermittelt. Die Studierenden sollen erlernen, die dynamischen Entwicklungen und Herausforderungen des E-Commerce zu erkennen, um betriebswirtschaftlich agieren zu können. In den Modulen werden deshalb unternehmens- und branchenbezogene Problemstellungen thematisiert und praxisorientierte Lösungsmethoden erlernt.

Auch die Fachhochschule Wedel hat das Potenzial und die Notwendigkeit von Fachpersonal für das neu entstehende Berufsfeld im Bereich des E-Commerce erkannt: Das Internet als Handelsplattform stellt ganz neue Herausforderungen an einen Händler. Das „E-Commerce-Studium“ wird deshalb mit zwei verschiedenen Schwerpunktlegungen angeboten: Informatik und Wirtschaftswissenschaften. Diese Kombination ermöglicht den Absolventen einen besonders großen Anwendungsbereich im E-Commerce. Neben Distanz- und Multi-Channel-Handel werden auch Berufsfelder in der Dienstleistungsindustrie, in Software-Häusern, in Online-Agenturen oder in der Unternehmensberatung abgedeckt. Im Bachelor-Studiengang werden die Schwerpunkte Informationstechnik und Vertrieb verknüpft. Die Entwicklung von E-Commerce-Plattformen, die Auswahl von System-Komponenten und die Entwicklung von Optimierungsprozessen werden dabei thematisiert. Der Master-Studiengang konzentriert sich dagegen auf die Vermittlung von E-Commerce-Strategien wie verschiedene Vertriebskanäle, die Erschließung von neuen Kundensegmenten, Markterforschung und die Analyse bzw. Konzeption von neuen Geschäftsmodellen im E-Commerce. Über den E-Commerce-Studiengang haben wir bereits berichtet.

Ein „E-Commerce“-Studium wird ebenfalls von der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena angeboten: Der Bachelor-Studiengang ist eigenständig konzipiert und auf die praktische Anwendung ausgerichtet. Vereint werden dabei die Themengebiete der Betriebswirtschaftslehre, der Informatik und des Wirtschaftsingenieurwesens. Damit sollen die Berufsfelder des Shop-Managers, Content-Managers, Online Marketing Managers, Affiliate Managers und Social Media Managers – also die typischen Berufe des Distanzhandels und Internetdienstleisters – abgedeckt werden. Kundenorientierung und Profitabilität sind die Eckpfeiler, die im „E-Commerce“-Studium vermittelt werden. Den Studierenden soll vor allem der Weg in die Selbstständigkeit erleichtert werden.

Über Zertifikate zum Online-Händler

Der boomende E-Commerce lässt bei vielen Unternehmen den Ruf nach Fachkräftemangel laut werden. Weil eine Ausbildung zum Online-Händler bisher nicht angeboten wird, haben es sich auch die Fernschulen zur Aufgabe gemacht, hier Abhilfe zu schaffen.

Die Fernschule Weber bietet deshalb einen Lehrgang für „Online-Marketing und E-Commerce“ an: Die Kombination von Marketing und Vertrieb soll den Absolventen vermitteln, wie sie Chancen und Herausforderungen des neuen Geschäftsfeldes verstehen und für sich oder ihr Unternehmen nutzen können. Über das Fernstudium soll der Einstieg in das Berufsfeld gegeben werden, um so dem Mangel an qualifiziertem Fachpersonal in den Bereichen Online-Marketing und E-Commerce entgegenzuwirken. Wie eine Internetstrategie entwickelt und für ein Unternehmen optimal umgesetzt wird respektive wie ein Internetauftritt gepflegt und gemanagt wird, gehören zum primären Ausbildungsziel des elfmonatigen Lehrganges, an dessen Ende ein qualifizierter Abschluss steht.

Ein Fernstudium zum „Logistiker/in im Distanzhandel“ wird auch vom Institut des Interaktiven Handels, ein Netzwerk von Branchen- und Logistikfachleuten, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Hof, die bereits langjährige Erfahrungen in der Aus- und Weiterbildung im Logistik-Bereich sammeln konnten, angeboten. Weil der Online-Handel auch neue Anforderungen für den Distanzhandel bedeutet, werden innerhalb des zweisemestrigen Lehrganges grundlegende Inhalte zum E-Commerce anhand praxisorientierter Fallbeispiele vermittelt. Das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm wird mit einem Hochschulzertifikat abgeschlossen. Der Fokus liegt hier also auf der Vermittlung von neuen Ansätzen in der Distanzhandelslogistik, damit die neuen Marketingentwicklungen, die der E-Commerce mit sich bringt, realisiert werden können.

Die Studiengemeinschaft Darmstadt bietet ein siebenmonatiges Fernstudium „Online-Handel und Mobile Commerce“ an. Der berufsbegleitende Lehrgang setzt also nicht nur an der neuen Handelsplattform, sondern auch an dem damit einhergehenden M-Commerce an. Die Begründung: Viele Unternehmen suchen nicht nur nach E-Commerce-Experten, sondern auch nach Fachleuten, die die neuen Vertriebskanäle innerhalb des Unternehmens umsetzen können. Der Schwerpunkt des Lehrganges liegt deshalb auf der Betriebswirtschaft, also die Erstellung von Marketing- und Vertriebskonzepten über das Internet und mobile Endgeräte. Daneben wird auch ein fundiertes Grundwissen ein Online-Projektmanagement vermittelt. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie ein SGD-Abschlusszeugnis.

Fazit

Trotz immer lauter werdender Stimmen nach einem separaten Ausbildungsweg zum Online-Händler, über die wir bereits im ersten Teil des Artikels „Wie wird man Online-Händler“ berichtet haben, haben sich schon eine ganze Reihe an Hoch- und Fernschulen auf das neu entstandene Berufsfeld eines Online-Händlers eingestellt und bieten in verschiedenen Studiengängen oder Lehrgängen eine Ausbildungsmöglichkeit im Bereich des E-Commerce an.

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