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Chinesischer Online-Gigant

Alibaba verdreifacht Gewinn und will Partnerschaft mit deutschen Marken verstärken

Veröffentlicht: 16.05.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 16.05.2019 | Gelesen: 970 mal
Logo des Online-Riesen Alibaba

Chinas größter Online-Händler – Alibaba – hat aktuelle Zahlen vorgelegt. Der Konzern wächst unaufhörlich und konnte sogar die Erwartungen der Analysten übertrumpfen. Im abgelaufenen Quartal trieb der starke Cloud-Bereich die Geschäfte des Online-Riesen voran: Allein hier kletterten die Erlöse um satte 76 Prozent. Alibaba ist nach den beiden US-amerikanischen Konkurrenten Microsoft und Amazon inzwischen der weltweit drittgrößte Dienstleister im Cloud-Sektor.

„Mit mehr als der Hälfte des chinesischen Marktes entwickelt sich das Geschäft zu einer wichtigen Wachstumssäule“, schreibt die ARD. „Laut Schätzungen von Bernstein Research könnte das Cloud-Geschäft bis 2022 ein Wachstum von 46 Prozent pro Jahr verzeichnen.“

Gesamtjahr: Alibaba macht fast 12 Milliarden Dollar Gewinn

Daneben muss jedoch auch auf die E-Commerce-Stärke von Alibaba verwiesen werden: Mit dem Kerngeschäft erreichte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 11,7 Milliarden Dollar, was einem Umsatzwachstum von ganzen 54 Prozent entspricht.

Ein Blick auf die Gesamtzahlen des vergangenen Quartals zeigt ein Umsatzwachstum von 51 Prozent auf etwa 13,9 Milliarden Dollar. Besonders beeindruckend ist dabei die Entwicklung des Nettogewinns – dieser konnte verdreifacht werden und erreichte im vierten Geschäftsquartal einen Wert von knapp 3,5 Milliarden Dollar.

Für das Gesamtjahr, das sich bis März 2019 erstreckte, ergaben sich demnach Erlöse in Höhe von 56,2 Milliarden Dollar, was einem Plus von 51 Prozent entspricht. Den Nettogewinn peitschte Alibaba überdies auf ein Plus von 11,96 Milliarden Dollar, wie die ARD weiter berichtet. An der Börse kamen die vorgelegten Zahlen sehr gut an. Im vorbörslichen Handel stieg die Aktie an der New Yorker Börse zwischenzeitlich um vier Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie des chinesischen Online-Riesen somit um mehr als ein Drittel zugelegt.

Alibaba liebäugelt immer stärker mit deutschen Markenherstellern

In China ist Alibaba die unangefochtene Nummer eins. Doch obwohl der Konzern den hiesigen Markt noch längst nicht erschlossen hat, scheint auch Deutschland für das Unternehmen zunehmend wichtiger zu werden. „Marken aus Deutschland stehen in China für Qualität“, zitiert die WirtschaftsWoche Terry von Bibra, den Europachef von Alibaba. Aus diesem Grund soll die Zusammenarbeit mit deutschen Markenherstellern und dementsprechend auch das Angebot entsprechender Produkte auf den hauseigenen Online-Plattformen künftig noch stärker ausgebaut werden.

Insbesondere deutsche Produkte wie Babynahrung und Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel oder auch Mode seien in China gut nachgefragt. Auch das Lebensmittelgeschäft gewinne derzeit an Auftrieb. Das Endkundengeschäft in Deutschland selbst scheint Alibaba hingegen nicht zu fokussieren, denn eine eigene Handelsplattform wolle das Unternehmen hierzulande vorerst nicht aufbauen. „In Deutschland liegt unser Fokus nicht auf dem Verkauf von Produkten.“

Zudem scheint dem Konzern ein wichtiger Einschnitt bevorzustehen: Schon länger gibt es Gerüchte um einen potenziellen Abgang des Firmengründers Jack Ma. Wann dieser Rückzug genau vollzogen werden soll, ist nicht bekannt. Doch wie das Handelsblatt schreibt, droht der Konzern durch diesen Schritt zu einer „Marke ohne Gesicht“ zu werden.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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