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Wegen Coronavirus

Amazon hortet massiv Produkte aus China, Händler fürchten um die Existenz

Veröffentlicht: 13.02.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 25.03.2020
Amazon Paket

Das Coronavirus hat längst massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und trifft auch den größten Online-Marktplatz der Welt, Amazon. Nachdem Business Insider eine interne E-Mail zugespielt wurde, derzufolge Amazon damit begonnen habe, Waren einzulagern, hat Amazon den Vorgang mittlerweile bestätigt. Bei einigen seiner Zulieferer habe Amazon außerplanmäßige Bestellungen aufgegeben, um das Inventar an Produkten aus China aufzustocken, da man sich für „mögliche Unterbrechungen der Lieferketten angesichts der globalen Vorgänge ausgehend aus China“ rüsten wolle, heißt es in der E-Mail.

Amazon will also handlungsfähig bleiben, sofern der Nachschub aus China eingestellt wird. Der Konzern habe für mehrere Wochen vorgesorgt und hat den Zulieferern sogar Liefer-Vergünstigungen zugestanden – Hauptsache, die Produkte werden auf die Reise geschickt, solange es noch geht. Aktuell gebe es keine Behinderungen für den laufenden Betrieb, wie Amazon gegenüber Reuters mitteilte.

Größeres Problem für Marktplatz-Händler

Um die „Einkaufserfahrung und Verkäufer-Performance sicherzustellen“, hat Amazon auf seiner chinesischen Webseite zudem Hinweise für Dritthändler veröffentlicht, um auf den möglichen Einfluss des Coronavirus auf den Markt vorbereitet zu sein. Denn die Probleme, vor denen Amazon steht, betreffen auch und vor allem die Marktplatzhändler. Mindestens 40 Prozent der Händler auf dem US-amerikanischen Amazon-Marktplatz kommen aus China, so Mashable. Nach dem chinesischen Neujahr waren aber viele Fabriken im Land nicht in der Lage, die Produktion wieder aufzunehmen. Denn viele Mitarbeiter konnten oder wollten nach den Feiertagen nicht zurück an ihren Arbeitsplatz, etwa wegen Reisebeschränkungen oder lokaler Vorschriften.

Für einige Händler war es bisher Glück im Unglück, dass ohnehin die chinesische Neujahrspause anstand. Für zwei Wochen bis drei Wochen gebe es quasi sowieso keinen laufenden Betrieb, die Produktion werde regelrecht eingestellt, erklärt ein Amazon-Händler bei Reuters. Daher lagere man um diese Zeit ohnehin mehr Produkte als gewöhnlich aus China ein, um den Zeitraum zu überbrücken. Aber auch dieses Extra-Inventar werde bald aufgebraucht sein.

Für KMU könnte sich das als existenzgefährdend herausstellen, denn wer kein Angebot hat, kann bei Amazon auch nicht verkaufen. Im Amazon-Algorithmus profitiert man aber eigentlich gerade von kürzlichen und aktuellen Verkäufen. „Ausverkauft zu sein ist der schnellste Weg, das zu zerstören“, sagt ein Händler gegenüber Reuters. Das große Problem: Engpässe, Embargos oder Extra-Zölle sind berechenbar und meist zeitlich befristet. „Das Coronavirus ist etwas völlig anderes – wir kennen einfach die Auswirkungen noch nicht“, sagt ein Händler aus Chicago.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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Kommentare  

#3 [email protected] 2020-02-16 22:19
Ich handle mit Überbeständen von Aktionsartikeln , biete also sowieso nur an was im Lager liegt. Eine Palette solcher Langsamdreher braucht durchschnittlic h 3 Jahre bis sie abverkauft ist. Also für mich kann es nur gut sein, wenn der Nachschub bei Anderen ausbleibt, egal woher auch immer diese Verkäufer der chinesischen Ware stammen.

BTW: Wer günstige Ware braucht kann sich bei mir gern melden. Unser Gebäude wird abgerissen, entsprechend wurde mir gekündigt. Ich habe hier 1800qm mit Ware die rechtzeitig vor Abriss raus muss. Darunter durchaus auch Artikel die sich täglich auf AZ verkaufen. Um die ist es schade. Insgesamt entstehen hier noch Monatsumsätze im 5stelligen Bereich. Ich habe keine Lust mehr, das Spiel an anderer Stelle noch mal neu zu starten. Ich bin satt und sehe auch langfristig nicht mehr genug Potential in diesem Bereich um weiter meine Kraft in den Kampf gegen Windmühlen in den automatisierten Schikane Laden AZ zu stecken.
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#2 Igor 2020-02-15 16:04
Abendkleid für 10EUR ist kein Problem:

- Herstellungskos ten 2,50 EUR
- Amazongebühren: entfallen für 3 Jahre, da ja CN Verkäufer Promo
- Versandkosten: entfallen, da die ersten 5000 DHL Pakete ja gratis sind für CN "Neukunden"
- Steuern: Nicht bei Exporten, also 0 EUR
- On-Top gibt es noch 5 USD für jeden Exportauftrag
- Personalkosten: Der Mindestlohn von Uiguren dürfte auch so bei 0.- liegen.
- Lästige A-Z und Bestechungsgeld er wg. neg. Bewertungen: -2,50 im Durchschnitt pro Verkauf

-> 5 EUR Gewinn pro Kleid

Oh, ich sehe, dass Du aus Deutschland kommst. Dann sieht die Rechnung leider etwas anders aus.
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#1 Tatjana 2020-02-13 10:52
Arme Chinesische Amazon Marktplatz-Händ ler, die fürchten um ihre Existenz..

Und was ist mit Deutschen Händlern wie ich??? Ich bin dank Chinesen PLEITE!! Und ebenfalls viele deutsche Händler seit 2015 dank Übernahme von Chinesen zuerst eBay und dann noch Amazon. Chinesen verkaufen bei eBay mit angeblichen Standort "Deutschland". Bei Amazon werden von Chinesen Abendkleider für nur 10€ angeboten. Wie geht ein Abendkleid für 10€ frage ich mich?? Und trotzdem werden diese Kleider von den Deutschen gekauft. Egal Hauptsache billig...
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