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Die Geoblocking-Verordnung will die Grenzen im virtuellen Binnenmarkt einreisen; aber was passiert mit der Vertragsfreiheit?
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Geoblocking-Verordnung – Teil 3: Was passiert mit der Vertragsfreiheit?
| Kategorie: Rechtsfragen

Wenn die an den Kunden versendete Ware auf dem Transportweg verloren geht, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Leider verhalten sich viele Händler aus Unkenntnis der Rechtslage falsch gegenüber ihren Kunden. Viele Händler wollen erst neu liefern oder den Kaufpreis zahlen, wenn der Nachforschungsauftrag abgeschlossen ist. Zu Recht? 

Fernglas
© stockphoto mania / Shutterstock.com

Verlustgefahr beim Händler

Wenn das versendete Päckchen oder Paket auf dem Transportweg spurlos verschwindet, ist das ein großes Ärgernis für Händler und für Kunden. Der Kunde ärgert sich, weil seine Bestellung, mit der er gerechnet hat, nicht angekommen ist und für den Händler ist der Transportverlust in der Regel mit Arbeitsaufwand und finanziellen Schäden verbunden.

Bestellt ein Verbraucher bei einem Unternehmer Ware, so übernimmt der Unternehmer das Transportrisiko gegenüber dem Kunden, sprich er muss für Transportverluste gegenüber dem Kunden einstehen. 

Darf der Verbraucher vertröstet werden, bis die Nachforschung abgeschlossen ist?

Behauptet der Kunde, das Paket sei nicht bei ihm eingetroffen, wird der erste Weg über die Sendungsverfolgung gehen. Kann daraus abgelesen werden, dass das Paket nie zugestellt wurde, sondern in einem Zwischenlager hängen geblieben ist, wird der nächste Schritt eine Kontaktaufnahme mit dem Transporteur sein. Der Absender (sprich: Händler) hat die Möglichkeit, einen Nachforschungsauftrag bei dem beauftragten Transportunternehmen aufzugeben, um auf diese Weise Klärung herbeizuführen. Hierfür haben die Transportunternehmen meist noch eigene Bedingungen, etwa eine Frist, innerhalb der der Nachforschungsauftrag zu beantragen ist.

Viele Händler bleiben in dieser Zeit gegenüber ihren Kunden untätig und erstatten weder bereits bezahlte Kaufbeträge, noch schicken sie eine Ersatzlieferung heraus. Die Begründung ist simpel: Die Ware könnte zwischenzeitlich noch ankommen und der Kunde die Ware doppelt erhalten - oder gänzlich kostenlos.

Nachforschungsauftrag nicht zum Nachteil der Kunden

Doch zu bedenken ist, dass sich Händler vertraglich zu einer Lieferung in einem bestimmten Zeitraum verpflichtet haben. Händler sind also dafür verantwortlich, dass die Ware auch innerhalb dieses Zeitfensters beim Kunden eintrifft. Für den gesamten Transport bis zur Ablieferung sind sie auch für das eingeschaltete Transportunternehmen verantwortlich und tragen die Gefahr einer Beschädigung oder eines Verlustes gegenüber dem Verbraucher auf den eigenen Schultern.

Streitigkeiten mit dem Transportunternehmen sind nicht „auf dem Rücken des Verbrauchers“ auszutragen. Das Geld ist daher unabhängig von der Auseinandersetzung mit dem Transportunternehmen zurückzuerstatten. Ob der Verbraucher stattdessen auf einer Neulieferung bestehen kann, haben wir bereits beantwortet.

Antwort: 

Nein, der Liefertermin muss eingehalten werden. Das Geld ist daher unabhängig von der Auseinandersetzung mit dem Transportunternehmen zurückzuerstatten, wenn das Paket verloren gegangen ist.

P.S.: Kommt die Ware wider Erwarten doch noch an, muss der Kunde sie zurückgeben. Macht er das nicht freiwillig, muss er schlimmstenfalls dazu gezwungen werden.

Geschrieben von Yvonne Bachmann
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Kommentare  

#50 Felix 2018-09-12 11:35
Hallo Redaktion,

mich würde mal interessieren, wie man dem Kunden beweisen kann, dass er die Sendung erhalten hat.
Selbst wenn er einfach nur was "hingekrakelt" hat, was von seiner tatsächlichen Unterschrift abweicht, kann man ja theoretisch nichts dagegen machen.

Er kann sich ja weiterhin darauf berufen, es nicht erhalten zu haben.


LG Felix
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#49 Regina Luise 2018-08-16 13:00
Wenn ich Ware kaufe bestimme ich, wo ich welche Ware zu welchem Preis kaufe. Der Händler bestimmt den Versender und wenn ich den nicht will, sondern einen anderen, weil ich schlechte Erfahrungen z. B. mit DHL gemacht habe, werde ich darauf verwiesen, das die Händler Verträge mit Versendern haben. Verträge kann man kündigen. Ich mache bereits meine Online-Einkäufe davon abhängig, mit welchem Versender die Ware geliefert wird. Lieber verzichte ich auf die Ware, als die Bevormundung wer sie mir liefert.
Warum darf nicht die Lieferfirma selbst wählen und beim Kauf bestimmen, wenn ich doch für die Zustellung auch selbst bezahlen muss? Das ist doch Bevormundung!
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#48 Atze67 2018-04-07 14:52
Ernsthaft, der Kunde muss die Ware in Vorkasse bezahlen und der Händler ist nicht verpflichtet zu liefern? Also bitte, wo kommen wir denn dahin? Die bezahlte Ware hat pünktlich da zu sein, wer das nicht leisten kann, sollte seinen Job an den Nagel hängen und etwas anderes machen.
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#47 Redaktion 2018-01-29 08:57
Hallo Stephan,

tatsächlich ist die Sendungsverfolg ung nur ein Indiz. Behauptet der Kunde, er habe keine Ware erhalten, muss ihm das Gegenteil bewiesen werden. Behauptet er jedoch zu Unrecht die Ware nicht erhalten zu haben, macht er sich strafbar.

Viele Grüße!

Die Redaktion
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#46 Stephan 2018-01-24 06:44
Hallo,

weiß jemand, ob sich rechtlich etwas daran ändert, wenn das Paket durch das Transportuntern ehmen angeblich an den Originalempfäng er zugestellt ist (Tracking sagt das auch), dieser aber sagt es sei nicht angekommen?

So könnte doch jeder Kunde Ware annehmen und "behaupten" er habe nichts bekommen.

VG Stephan
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#45 Anke 2017-10-18 06:16
Leider muss ich feststellen, dass wir mittelständisch en Unternehmen in diesem Land keine Lobby mehr haben. Seid 10 Jahren mit einem Ladengeschäft und 3 Jahren im zusätzlichen Online-Handel muss ich leider feststellen, dass es den damaligen Kunden nicht mehr gibt.
Die Anspruchshaltun g- Geiz ist geil!!- ist unglaublich groß geworden und durch die schon Anfang der Saison üblichen Preisreduzierun gen der anderen Händler hat man fast nie die Möglichkeit Ware regulär zu verkaufen. Es gibt immer wieder Händler die auf Kosten der Konkurrenz ihren eigenen Vorteil suchen und ihn ausnutzen.
Da ich finanziell unabhängig bin, könnte ich mit Leichtigkeit diese Preise weit unterbieten um selbst in diesen Genuss des Vorteils zu gelangen. Mein Ziel ist es aber, einen fairen Handel zu bieten, so wie es "damals" war. Ohne Sale-Schilder, Rabattaktionen, Werbung.... habe ich nun 10 Jahre in einer schlechten Lauflage mein Geschäft mit schwarzen Zahlen geführt. Als inhabergeführte s Geschäft, mit Kundenbindung und Liebe zu meiner Ware. Ich verkaufe Online nur exclusive Designerware, jeden Artikel nur einmal in einer Größe.... d.h. ich kann nicht einfach bei Verlust der Pakete einen Ersatzartikel senden. Leider kommt es bei mir auch vor, das Kunden angeben einen Artikel zurückzusenden oder ihn nicht erhalten zu haben und bei ebay einen Fall eröffnen. Die Ware kommt nicht zurück, aber die Zahlung geht automatisch an den Kunden zurück. Ich habe ohne Chance auf Klärung durch ebay mein Geld verloren und der Kunde Geld und Ware.
Ich scheue keine direkte Konfrontation mit dem Kunden (schreibe ihn ohne ebay-Unterstütz ung an) und würde auch gerichtlich gegen einen "Nassauer " vorgehen. Da die Ware, wie gesagt, sehr teuer ist kommt es im Zweifel auf einen Prozess auch nicht an. Trotzdem bin ich immer wieder sehr enttäuscht, dass Kunden sehr offensichtlich betrügen und meinen, ein Geschäftinhaber müsste nicht irgendwie die Kosten des Geschäftes erwirtschaften. Ich denke bei jedem öffnen des Briefkastens an die IDO-Abmahnungen (hatten mich vor der Händlerbundanme ldung Euro 5000,00 gekostet) weil ich im Text den Hinweis "ich versende ausschließlich versichert" stehen hatte, um klarzumachen, ich habe einen Nachweis, wenn wieder einmal jemand behauptet Ware nicht erhalten zu haben. Fazit: ich werde demnächt mein Geschäft schließen, denn ich habe keinen Spaß mehr an dieser Art Konfrontation. Mir tun alle Händler leid, die sich diesem Terror weiter unterwerfen müssen.
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#44 Mündiger Verbraucher 2017-09-28 10:43
Ist es wirklich so schwer gegenseitig Rücksicht zu nehmen, Freiheit zu fördern und Menschlichkeit zu zelebrieren?

Scheint so, denn sonst würden wir extra Verbraucherschu tzgesetze und damit die Bevormundung und Bevorteilung der Verbraucher nicht brauchen.

Ein Grundsatz ist doch die Vertragsfreihei t, warum darf ich als Verbraucher nicht selbst Verträge aushandeln?

Ich kann doch sonst frei entscheiden, warum hier nicht?
Wenn ich z.B. das Transportrisiko trage und dafür weniger zahlen, dann ist das doch meine Sache!
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#43 Händler 2017-09-28 10:42
Sehr geehrter Händlerbund,

wie Ihr geschrieben habt, handelt es sich um Gesetze. Gesetze werden von Menschen gemacht und können von Menschen geändert werden!

Jemand muss den Anfang machen. Wie man hier liest wollen viele einen gerechten Ausgleich.
Rechte und Pflichten sowie Risiken sollen gleicht verteilt werden und nicht so wie es aktuell ist, dass eine Seite nur Vorteile und die andere nur Nachteile hat.

Der Händlerbund wäre als Bündnis von Händlern in der Lage beim Gesetzgeber, den Parteien und Politikern zu intervenieren. Laut eigener Aussage ist der Händlerbund groß genug um gehört zu werden.

Damit Ihr und damit wir gehört werden, müsst Ihr lieber Händlerbund, den Mund aufmachen und ganz klar eine händlerfreundli che Position beziehen.
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#42 flexi 2017-09-28 09:15
Natürlich muss der Kunde Warten, das gebietet schon der Anstand!
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#41 Ch. Geyer 2017-09-16 16:32
Ich mußte in diesem Jahr bei Hermes zwei Pakete als Verlust abschreiben. Die Pakete wurden als "zugestellt" verzeichnet, doch die Empfänger gaben an, die Sendungen nicht erhalten zu haben. Das meldeten sie aber erst, als die Nachforschungsf rist bei Hermes abgelaufen war. Anfragen zum Verlust werden von Hermes dann nicht einmal mehr beantwortet. Und Amazon fordere mich ultimativ auf, daß der Verlust dem Kaufer zu ersetzen ist. Was ist nun das geringere Übel Amazon oder Hermes ?
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