Interne Liste

Diese Gruppen und Menschen hält Facebook für gefährlich

Veröffentlicht: 13.10.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 13.10.2021
Facebook mit Fäden

Facebook kommt nicht zur Ruhe dieser Tage: Erst die Ausfälle der Plattformen, dazu Whistleblower-Kritik und Nutzerdaten im Darknet – jetzt weitere Enthüllungen über die Einstellung des Social-Media-Riesen. Das von Ebay-Gründer Pierre Omidyar zum Start finanzierte Recherche-Portal „The Intercept“ hat eine wohl von Facebook stammende Liste mit rund 4.000 Einträgen veröffentlicht. Diese zeigt, welche Individuen und Gruppierungen das Netzwerk intern als gefährlich einstuft und daher deren Inhalte oder sich auf sie beziehende reguliert, löscht oder ganz verbietet. Das berichtet Spiegel Online. Der Autor kritisiert allerdings eine gewisse Unausgewogenheit bei Facebooks Einstufung: Es gebe unverhältnismäßig viele „muslimische, südasiatische und nahöstliche Namen“. 

Facebook: Terror fast nur von Muslimen, aus Südostasien und dem Nahen Osten

Facebook ordnet die betreffenden Personen bzw. Gruppen demnach verschiedenen Kategorien wie Hass, Terror, Gewalt und Kriminalität zu und teilt diese noch mal in Schweregrade von 1 bis 3 ein. In der Stufe 1 werden Inhalte am stärksten reguliert bzw. Verstöße sanktioniert. Die Liste im Original enthält u.a. terroristische Gruppen, aber auch „Hunderte von Bands, Kindern, Krankenhäusern, Fernsehsendern und Politikern, die von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten als ’gefährlich’ angesehen werden“, kritisiert der verantwortliche Journalist Sam Biddle Facebooks US-zentrierten Blick auf die Dinge. So stammen etwa fast alle Einträge in der Kategorie Terror von muslimischen Personen und Gruppen sowie aus Südostasien und dem Nahen Osten – bewaffnete rechte US-Milizen werden in eine andere Kategorie eingeordnet und somit auch weniger streng behandelt, so die Kritik.

Deutschen Gruppen als gefährlich eingestuft: Rechtsrock-Bands und NPD-Politiker

Auch aus Deutschland finden sich Einträge in Facebooks Unerwünschten-Liste, unter anderem von deutschen Rechtsrock- und HipHop-Bands, Ex-NPD-Politikern und rechtsextremen Gruppen wie „Nationaler Widerstand Dortmund“ oder der „Bürgerbewegung pro NRW“.

Aber nicht nur Facebooks Einstufung ist problematisch. Durch gleiche Namen kann es etwa zu Schwierigkeiten in der Moderation bzw. bei der Löschung von Beiträgen kommen: So wurden etwa im Frühjahr bei Instagram Beiträge über die Jerusalemer al-Aksa-Moschee gelöscht – vermutlich, weil sie mit den gleichnamigen Terrorgruppen assoziiert wurden, die auch in der Liste auftauchen. „The Intercept“-Journalist Biddle spricht von einer „öffentlichen Besorgnis über die Voreingenommenheit von Facebooks Moderation“. Facebook selbst verweist darauf, dass man keine „Terroristen, Hassgruppen oder kriminelle Organisationen“ auf den Plattformen dulde.

Auch die Arbeitsbedingungen der zuständigen Facebook-Moderatoren, die derartige Beiträge kontrollieren, stehen immer wieder in der Kritik. In Deutschland arbeiten solche Lösch-Teams an Standorten in Berlin und Essen.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.