EU-Kommission macht ernst: Rekordstrafe gegen Google erwartet

Veröffentlicht: 17.05.2016 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 17.05.2016

Die EU-Kommission beobachtet Google schon lange – seit 2009 wird gegen den Online-Giganten ermittelt. Nun könnte es für Google aber tatsächlich ernst werden. In dem laufenden Wettbewerbsverfahren soll Google eine Rekordstrafe von bis zu drei Milliarden Euro drohen.

Google

Gil C / Shutterstock.com

Es wäre ein spektakuläres Ende für den Kampf Google gegen EU-Kommission. Seit mittlerweile sieben Jahren ermittelt die EU-Kommission gegen den Online-Riesen. Im April 2015 leitete die EU dann ein formelles Verfahren gegen Google ein. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen vor allem die Vorwürfe der Manipulation und des Machtmissbrauchs.

Nun scheint sich das Verfahren dem Ende entgegen zu neigen. Wie die Internetworld unter Berufung auf The Telegraph schreibt, soll dem Internet-Giganten eine Strafe von drei Milliarden Euro drohen. Noch ist aber weder die Strafe noch die Höhe der Strafe genau bekannt. Allerdings soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause die offizielle Meldung verkündet werden.

Strafe von bis zu 6,6 Milliarden Dollar möglich

Mit der drei Milliarden Euro Strafe würde Google zwar viel Geld zahlen müssen, aber am Ende doch mit einem blauen Auge davon kommen, denn bei einem Wettbewerbsverfahren in der EU ist es üblich, dass die Strafe maximal bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens beträgt. Für 2014 meldete Google rund 66 Milliarden US-Dollar Umsatz, was demnach einer Strafe von 6,6 Milliarden Dollar entsprechen würde.

Dennoch wären die drei Milliarden Euro Strafe ein Rekord – zumindest für die EU. Denn das bisher höchste Bußgeld musste Intel 2009 zahlen und das lag damals bei 1,06 Milliarden Euro. Fraglich ist aber, ob es am Ende bei dem Betrag bleibt. Denn im Lauf des letzten Jahres wurde die Untersuchung gegen Google auch auf das Betriebssystem Android ausgeweitet. Wie es damals hieß, soll Google seine marktbeherrschende Stellung „missbräuchlich ausnutzen, indem das Unternehmen Herstellern von Android-Geräten und Mobilfunknetzbetreibern Beschränkungen auferlege“.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel