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Kurzmeldung

WhatsApp integriert ab 2020 Werbung – erste Einblicke

Veröffentlicht: 22.05.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 22.05.2019
WhatsApp-Logo auf einem Smartphone

Seit vielen Jahren gehört der Messenger-Dienst WhatsApp zu den beliebtesten Apps vieler Menschen. Er ist kostenfrei und kommt ohne Werbeeinblendungen aus – zumindest noch. Denn die Gerüchte, die seit Monaten kursieren, wurden nun erneut bestätigt und konkretisiert: Nachdem darüber spekuliert wurde, dass bereits in diesem Jahr Werbung in der App eingeblendet werden soll, soll es nun ab kommendem Jahr, also ab 2020, so weit sein. Für das Unternehmen selbst ist die Integration von Ads ein Schritt, um sich zu monetarisieren.

Wie verschiedene Medien berichten, wurden entsprechende Pläne jüngst auf der Branchenveranstaltung FSM19 in Rotterdam bestätigt. Und auch erste Einblicke wurden offenbar gewährt. Der Twitter-Nutzer und Marketing-Experte Olivier Ponteville veröffentlichte ein Foto aus der entsprechenden Präsentation auf dem Event.

Demnach handelt es sich bei der geplanten Werbung um Status-Ads, „also bereits bekannte Lösungen, die auch in Facebook und Instagram stecken“, schreibt Caschys Blog. In den normalen Nachrichtenbereich sollen demnach keine Werbeausspielungen eingebunden werden. Zumindest nach aktuellem Stand. Dass sich dieser Stand jedoch durchaus ändern kann, zeigt die Vergangenheit.

WhatsApp-Gründer versprachen, nie Werbung einzubinden

Jan Koum, einer der Gründer des Nachrichtendienstes WhatsApp, war stets ein großer Verfechter einer werbefreien App: „Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt“, schrieb er im Jahr 2012 einmal in einem Blogpost. „Wir wollen, dass WhatsApp ein Produkt ist, das dich wach hält … und nach dem du morgens greifst. Und niemand steht extra früh auf, um sich eine Werbung anzusehen.“

Bereits nach der Übernahme durch das soziale Netzwerk Facebook munkelten Kritiker, dass es mit der werbefreien Zeit vorbei sei. Die WhatsApp-Gründer zeigten im Anschluss an den Verkauf viel Reue: „Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft“, kommentierte beispielsweise Brian Acton, der WhatsApp ebenfalls mitbegründet hatte.

Die Nachricht, dass WhatsApp die Werbefreiheit ab dem kommenden Jahr einstellen werde, hat jüngst bereits einige Reaktionen in den sozialen Medien hervorgerufen. Einige Nutzer zeigen sich eher resigniert, andere lassen verlauten, dass sie den Messenger wechseln werden, sobald Werbung ins Spiel kommt.

Bei mehr als 1,5 Milliarden monatlich aktiven Nutzer (Stand: Januar 2018) wird es aber sicher auch einige geben, die man dennoch mit Werbung erreichen kann.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#5 H.K: 2019-05-27 12:59
@ Pete Peters: Doch, hat er gesagt, ganz bestimmt hat er das... user and userinnen will be the product.

:D :D :D
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#4 Paul 2019-05-27 09:45
Ich frage mich halt, wieso sie nicht einfach von jedem User pro Jahr 5€ nehmen. Selbst wenn dann 0,5 Mio abspringen, streichen sie immer noch 5 Mrd. € im Jahr ein. Das hat doch auch in der Anfangszeit gut geklappt.
Klar, Facebook möchte für die Werbekunden die Reichweite erhöhen und so den Druck von Facebook und Instagram nehmen. Aber für die User wäre es um längen besser und auch verständlicher. Oder welche Gründe kann es noch geben?
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#3 Pete Peters 2019-05-25 09:38
Was hat Jan Koum gesagt?
" Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt“
Das hat er gesagt? "die Nutzerin, der Nutzer"
Im Leben hat er das nicht gesagt. Aber vlt. hat unsere Autorin das einfach verfälschend dazugefügt?
Ich kann auf solche fake-news verzichten!
Stoppt den Gender bullshit.
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#2 H.K: 2019-05-22 13:24
Die Seite heißt ja Onlinehändler-N ews, richtet sich also an Gewerbetreibend e und Unternehmer. Dieser Zielgruppe müßte dann ja auch klar sein, dass kein Unternehmen etwas zu verschenken hat - wieso erwartet man das aber bei Facebook/WhatsA pp, deren Kosten für den Betrieb des Dienstes ja nicht mit Zweimarkfuffzig beglichen sind. Wenn das Produkt geldfrei zur Nutzung angeboten wird, bezahlen wir eben mit einer anderen "Währung". Inwieweit jeder seine Privatsphäre durch zielgerichtete (und nur diese ist sinnvoll) Werbung verletzt sieht, ist eine andere Geschichte. Wer das für nicht akzeptabel hält, sucht sich eben eine andere Anwendung - der Markt ist groß, wobei die Chance, bei einem neuen Nachrichtendien st Alleinunterhalt en zu sein, auch nicht so schlecht sind.

Im Prinzip wurde das Thema von einem der oben verlinkten Twitternutzer schon prima zusammengefaßt: "Mal wieder viel Wind um nix."

:)
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#1 Hans 2019-05-22 12:52
sobald Werbung geschaltet wird ist die App von meinem Handy.
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