Ab 1. Oktober

Gesetz ist beschlossen: Mindestlohn steigt auf 12 Euro

Veröffentlicht: 03.06.2022 | Geschrieben von: Patrick Schwalger | Letzte Aktualisierung: 03.06.2022
12 Euro

Der Bundestag hat die Erhöhung des Mindestlohns und damit eine wichtige Änderung im Arbeitsrecht beschlossen. Ab 1. Oktober erhalten Beschäftigte einen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde. Aktuell liegt die Lohnuntergrenze bei 9,82 Euro, wird aber im Juli noch auf 10,45 Euro erhöht. Während die Ampel-Fraktionen und die Linke das Gesetz unterstützten, enthielten sich CDU/CSU und die AfD. 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnete in der Bundestagsdebatte vor, dass Beschäftigte, die für den Mindestlohn in Vollzeit bisher 1.700 Euro monatlich bekommen haben, ab Oktober 2.100 Euro erhalten werden. Besonders Frauen und Menschen in Ostdeutschland werden laut Heil von der Anhebung überproportional profitieren. 

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Entgeltgrenze für Mini- und Midijobs steigt ebenfalls

Neben dem Mindestlohn steigen ab Oktober auch die Entgeltgrenzen bei Mini- und Midijobs. Da viele dieser Arbeitsverhältnisse mit dem Mindestlohn bezahlt werden, würde eine Mindestlohnerhöhung ohne einen gleichzeitigen Anstieg der Entgeltgrenzen zur Folge, dass Beschäftigte weniger Stunden arbeiten könnten. 

Deshalb kann man ab Oktober monatlich bis zu 520 Euro im Minijob verdienen, statt wie bisher nur 450 Euro. Im Midijob steigt die Entgeltgrenze von 1.300 auf 1.600 Euro im Monat. 

Kritik und Streit über Mindestlohnerhöhung

Normalerweise ist eine Anhebung des Mindestlohns eine Aufgabe der sogenannten Mindestlohnkommission, in der Arbeitgebervertreter und Gewerkschaften zusammen das Mindestlohnniveau aushandeln. Die Kommission hat auch die Erhöhung auf 10,45 Euro, die ab Juli greift, empfohlen. Die Erhöhung auf 12 Euro pro Stunde ist hingegen eine politische Initiative der Bundesregierung, an der die Mindestlohnkommission nicht beteiligt war. 

Dafür gab es vor allem von arbeitgebernahen Gruppierungen Kritik. So positionierten sich etwa in der Sachverständigenanhörung im Bundestag am 16. Mai 2022 Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Handelsverband Deutschlands (HDE) gegen eine Mindestlohnerhöhung durch den Gesetzgeber. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte die Anhebung des Lohnniveaus hingegen.

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Kommentare  

#6 Lothar 2022-06-14 09:01
Ganz klare Entscheidung für mich. Kündigen und outsourcen. Angestellte und Gesetzgeber wollen das halt so.
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#5 Angestellter 2022-06-12 08:06
Ich habe meinen Job verloren. Der wird demnächst im Ausland ausgeführt. Es ist ein Unding, dass nicht ich gefragt wurde ob ich diesen Mindestlohn will. So darf ich jetzt in Hartz4 & einen neuen Job suchen. Danke für nichts!
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#4 Sabine 2022-06-10 08:41
Ich werde auch Mitarbeiter kündigen.
Die Leute kaufen weniger, aber ich soll mehr bezahlen?
Da mach ich nicht mit.
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#3 Roy 2022-06-08 21:01
Mittlerweile komme ich mir vor als in einen schlechten Film. Klar, lass uns den Mindestlohn erhöhen. Wir Unternehmer haben jetzt schon mit erhöhte Kosten zu Kämpfen (Rohstoffe, Transportkosten , etc.) und die Kunden die durch die Inflation weniger zum konsumieren haben kaufen auch nicht mehr als vorher.
Heben wir die Löhne an dann erhöhen sich die Kosten beim Unternehmer und diese müssen an die Endkunden weitergegeben werden. Eine endlose Spirale.....

Ich staune immer wieder wie weit die Politiker von der Realität weg sind. Bauen großen Mist und es gibt noch nicht mal Konsequenzen. Mit ein wenig Glück sogar ein anderen Posten für mehr Gehalt als vorher.

Armes Deutschland.... .
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#2 Pma 2022-06-07 15:06
So, Kündigungen sind raus. Ich kann mir aktuell die Mehrkosten nicht leisten.

Der Mitarbeiter bekommt mehr Geld, aber die Käufer kaufen nicht mehr bzw. zahlen keine höheren Preise.
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#1 Peter 2022-06-07 08:59
Dieses Wahlversprechen kostet die Unternehmen pro Monat mindestens eine Milliarde Euro. Wenn dies auf die Endverbraucher umgelegt wird, entspricht dies einer Inflationssteig erung von rund 1 %.
Wieder einmal ist die Inflation durch die Politik ausgelöst.

Meines Erachtens sind nicht die Löhne zu gering sondern die Kosten zu hoch. Und diese Kosten werden hauptsächlich durch Maßnahmen und Entscheidungen von Politikern getrieben, die sich dadurch die Zustimmung der Wähler erhoffen. Und genau diese Wähler haben dann die Kosten zu tragen.

Ist schon ein ziemlicher Wahnsinn.
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