Prognose Geschäftsjahr 2021/22

Otto steigert Umsätze im E-Commerce um zehn Prozent

Veröffentlicht: 10.02.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 11.02.2022
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Die Otto Group hat in einem Gespräch mit Medienvertretern ihre voraussichtlichen Geschäftszahlen im Bereich E-Commerce für das am 28. Februar endende Geschäftsjahr 2021/22 bekannt gegeben.

Demnach wächst der weltweite Online-Umsatz von 9,9 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun fast elf Milliarden Euro – ein Anstieg von knapp zehn Prozent. Der E-Commerce-Umsatz im Kernmarkt Deutschland steigt um etwa neun Prozent von sieben Milliarden Euro im Vorjahr auf 7,6 Milliarden Euro. Wichtig: Eines der Zugpferde, die Otto-Tochter About You, wird wegen des Börsengangs 2021 und einer anderen Rechnungslegung dabei nicht miteinberechnet, sondern fließt in den Konzernabschluss der gesamten Otto Group ein.

Das sind die Gründe für Ottos E-Commerce-Erfolg 

Insgesamt zeigt sich die starke Rolle des Online-Handels vor allem im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20: Seitdem hat der E-Commerce-Umsatz der Otto Group weltweit um etwa ein Drittel zugenommen. Als Gründe dafür nannte Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand für E-Commerce, dass Otto auch in der Corona-Phase eine stabile Lieferkette und hohe Warenverfügbarkeit gehabt habe und auf konsequente Digitalisierung aller Prozesse und Kanäle setze. Außerdem sei der E-Commerce inzwischen für alle Altersgruppen normal und zum Mainstream geworden. „Der E-Commerce gewinnt weiter an Relevanz, über alle Altersgruppen hinweg. Wir rechnen damit, dass dieser Trend anhält, gleichzeitig gehen wir jedoch von einem moderateren Wachstum und einer Stabilisierung auf hohem Niveau aus“, so Klauke.

Otto-Marktplatz wächst: 11 Mio Kunden, 2.500 Händler

Im eigenen Online-Handel schnitten dabei besonders die Bereiche Mode sowie Möbel und Wohnaccessoires gut ab. Speziell im Weihnachtsgeschäft waren vor allem Schuhe und Jacken sowie Artikel aus dem Do-it-yourself-Segment beliebt. Ottos eigener Online-Marktplatz sei – wie auch andere – „überproportional“ gewachsen. Otto habe derzeit über elf Millionen aktive Kund*innen – ein Anstieg von rund 20 Prozent. An otto.de seien derzeit rund 2.500 Marktplatz-Händler angebunden. Man wachse mit dem eigenen Marktplatz jetzt aus den ersten Test- und Skalierungsübungen raus und es gebe eine umfangreiche Roadmap für die Zukunft, wie Klauke erläutert. „Online-Händler haben bereits vom Self-Onboarding bis zum Analyse-Tool einen Blumenstrauß an Services“, so der Konzern-Vorstand. Marktplatz-Händler sollten dabei vor allem auf Retail Media, also Werbung im Umfeld des Online-Shops, achten. Otto bietet dabei über seine Tochterfirma Otto Retail Media verschiedene Arten von Werbeformaten.

Otto erwartet 2022 weniger Wachstum

Für das kommende Geschäftsjahr werde das Wachstum wegen der hohen Inflationsrate, steigender Energiepreise und der weiteren Unsicherheit in der Corona-Pandemie allerdings nachlassen, so die Erwartung. Das Unternehmen rechne nur noch mit einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich. Otto will weiterhin in die Digitalisierung investieren, für das kommende Geschäftsjahr ist dafür ein dreistelliger Millionenbetrag eingeplant. Das Geld fließt unter anderem in Projekte rund um Künstliche Intelligenz (KI).

Jüngstes Anwendungsbeispiel: Beim Bonprix-Webshop wird anhand eines neuen KI-Prognosemodells das Ranking der meistverkauften und gerade erhältlichen Produkte optimiert. Außerdem will der deutsche Online-Riese auch die Bereiche Social Commerce und Liveshopping weiter ausbauen. „Wir haben da schon etliche Formate und lernen extrem viel, wo das funktioniert“, sagt Klauke. „Es gibt da noch keine superhohen Umsätze, aber es verfängt auch beim normalen Kunden.“ Auch das Thema Corporate Responsibility steht auf dem Plan: Eine von Otto entwickelte App soll Mitarbeitern deren CO-2-Fußabdruck anzeigen. Otto will so das Bewusstsein für den Klimaschutz stärken. Generell will der Konzern bis 2020 klimaneutral sein.

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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